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SPD in Hessen Neue Aufgabe für Carmen Everts

24.11.2009 ·  Die frühere hessische SPD-Landtagsabgeordnete Carmen Everts wird eine Stelle als Referatsleiterin bei der Landeszentrale für politische Bildung übernehmen. Vor einem Jahr hatte sie zusammen mit drei Parteikollegen die geplante Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin verhindert.

Von Ralf Euler, Wiesbaden
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Die frühere SPD-Landtagsabgeordnete Carmen Everts, die vor einem Jahr zusammen mit drei Parteikollegen die geplante Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin verhindert hatte, wird demnächst eine Stelle als Referatsleiterin bei der Landeszentrale für politische Bildung übernehmen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sollen die Forschung über die SED-Diktatur sowie der demographische Wandel in Hessen sein.

Die Position war zum 1. November ausgeschrieben, doch gab es dem Vernehmen nach in der fünf Mitglieder zählenden Auswahlkommission Bedenken, die Beschäftigung von Everts könne als parteipolitisch motivierte Entscheidung interpretiert werden.

Auswahlkommission

Die SPD, so hieß es, habe Interesse daran, die Fraktionsmitarbeiterin Everts möglichst elegant loszuwerden, die CDU wiederum wolle sie möglicherweise dafür belohnen, dass sie die Abwahl von Ministerpräsident Roland Koch und eine rot-grüne Minderheitsregierung verhindert habe. Wie aus der Landeszentrale zu hören war, fiel die Empfehlung zugunsten der Einundvierzigjährigen aber schließlich mit vier Stimmen gegen eine deutlich aus.

Der Auswahlkommission gehören Parteivertreter, aber auch je ein Repräsentant der Trägerstiftung des Grenzmuseums Point Alpha und der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen für Opfer der kommunistischen Diktatur an.

Parteistrafe für Tesch

Die promovierte Politologin Everts, die ihre Doktorarbeit zum Thema Extremismus- und Parteienforschung geschrieben hat, arbeitet derzeit offiziell noch für die SPD-Landtagsfraktion. Im August wurde sie allerdings bei vollen Bezügen mit der Begründung freigestellt, dass ihr Verbleib den Betriebsfrieden stören würde. Derzeit ist sie krankgeschrieben.

Zur Ankündigung von Silke Tesch, sie werde ihre Parteistrafe – 18 Monate Verzicht auf ihre Mitgliedsrechte – nicht akzeptieren, gab es keine Stellungnahme der SPD. Die Einundfünfzigjährige gehörte ebenfalls zu den vier Abgeordneten, an deren Haltung eine von der Linkspartei unterstützte rot-grüne Minderheitsregierung scheiterte.

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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