28.03.2008 · In Deutschland wird zunehmend Cannabis produziert. Das teilte das BKA mit. Unterdessen hat die Polizei in Darmstadt 17 Kilogramm Haschisch kassiert und acht Drogenhändler festgenommen.
In Deutschland wird immer mehr Cannabis für den Drogenkonsum angebaut: Im vergangenen Jahr spürte die Polizei 83 Freiluft- und 347 geschlossene Hanf-Plantagen auf, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Freitag bekannt gab. Seit zwei Jahren sei eine Zunahme zu beobachten, sagte der für Organisierte Kriminalität zuständige Abteilungspräsident Jürgen Maurer. Aus Hanf wird unter anderem Haschisch hergestellt. Das Rauschgift sei meist für den niederländischen Markt bestimmt; von dortigen Banden komme auch das Geld für die Anlage der Plantagen. Bisweilen seien sie mit Sprengfallen und Selbstschussanlagen gesichert. Unter Glas gezogene Hanfpflanzen enthielten eine viel höhere Wirkstoffkonzentration.
Acht Rauschgifthändler festgenommen
Die Polizei in Darmstadt hat unterdessen eine international aktive Rauschgifthändlerbande zerschlagen. Acht Tatverdächtige im Alter zwischen 27 und 41 Jahren - alle türkischer und marokkanischer Herkunft -, seien in der Nacht zum Freitag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Bei der zeitgleichen Durchsuchung von Wohnungen in Darmstadt und Frankfurt wurden zudem 17 Kilogramm Haschisch sichergestellt. Die Ermittler entdeckten auch gefälschte Ausweisdokumente und stellten zwei Autos sowie Bargeld sicher.
Zahl der Drogentoten erstmals seit Jahren wieder gestiegen
Im Jahr 2007 ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland erstmals seit dem Jahr 2000 wieder gestiegen. Die meisten der 1394 Opfer (plus 8 Prozent) seien an Überdosen von Heroin gestorben, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Freitag in Wiesbaden. Auch die Menge sichergestellter Drogen habe deutlich zugenommen. Wegen der Rekordernte afghanischen Opiums und einer Ertragssteigerung auf kolumbianischen Kokafeldern werden mehr Drogen angeboten, sagte Ziercke. Eine Entspannung der Drogensituation in Deutschland sei nicht in Sicht.