Home
http://www.faz.net/-gzm-z59q
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Mittwoch, 15. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nordhessen Schifffahrt will Edersee künftig mehr Wasser gönnen

20.08.2008 ·  Der Edersee ist nicht einmal mehr halb voll. Und er leert sich weiter dramatisch: 40 Millionen Kubikmeter sollen abgelassen werden, um die Schifffahrt auf der Weser zu unterstützen. Danach verbleiben im See noch 35 Millionen Kubikmeter. Künftig soll es das aber nicht mehr geben.

Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (1)

Hessens größter See verliert dramatisch Wasser. Vom Edersee im Nordwesten des Landes sollen nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hannoversch Münden in den nächsten Tagen 40 Millionen Kubikmeter Wasser abgelassen werden. Dann würden nur noch etwa 35 Millionen Kubikmeter bleiben, das wäre nicht einmal mehr ein Fünftel des gesamten Fassungsvermögens. So wenig Wasser war zuletzt nach der Hitzewelle des Sommers 2003 im Edersee.

Der Aderlass zeitigt aber Konsequenzen: Einen halbleeren Edersee soll es künftig nicht mehr geben. Das sieht ein Kompromiss vor, den die Wasser- und Schifffahrtsdirektion mit den Kommunen am größten See Hessens am Mittwoch in Kassel gefunden haben. Demnach sollen neue Frachtkähne auf der Oberweser dafür sorgen, dass nicht mehr so viel Wasser aus dem Edersee für die Weserschifffahrt abgegeben werden muss.

Boote müssen aus dem See geholt werden

Das Wasser soll abgelassen werden, um den Pegelstand auf der Weser zu erhöhen. Nötig sei das für einen letzten Schwerlasttransport in diesem Sommer, begründet das Amt. Bootsbesitzer und Betreiber von Steganlagen am Edersee sollten deshalb ihre Boote und Einrichtungen sichern. Bei dem Niedrigstand könne die Bootskrananlage Rehbach nicht mehr benutzt werden, deshalb sollten Boote noch in den nächsten Tagen aus dem See geholt werden.

Der niedrige Wasserspiegel führt immer wieder zu Protesten der Tourismuswirtschaft am Edersee. Hoteliers und Campingplatzbetreiber fürchten schwere Schäden für den Fremdenverkehr, weil ein fast leerer See nicht attraktiv für Urlauber und Wassersportler sei. Für Mittwoch hatte das Kasseler Regierungspräsidium zu einem klärenden Gespräch zwischen Schifffahrtsamt und Tourismusbranche geladen. Allerdings entwickelt sich der flache See mit den nun auftauchenden Ruinen der vor 100 Jahren untergegangenen Dörfer auch zu einem Magnet zumindest für Tagestouristen.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Gegen die Sterilität

Von Katharina Iskandar

Die Nachricht, dass an der Zeil eine Diskothek eröffnen soll, erfreut nicht jeden in Frankfurt. Für die Innenstadt rund um die Hauptwache gilt: jede Art von Belebung tut ihr gut. Mehr