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Neuer Ministerpräsident Bouffier: Keine Parallelgesellschaften in Hessen

02.09.2010 ·  Der neue hessische Ministerpräsident Bouffier (CDU) hat Zuwanderer zur besseren Eingliederung in die deutsche Gesellschaft aufgefordert. Parallelgesellschaften wie in Teilen Berlins sieht er in Hessen bislang nicht.

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Zuwanderer müssen sich nach Ansicht des neuen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) besser in die deutsche Gesellschaft eingliedern. Insbesondere Kinder müssten so früh wie möglich auf eine Zukunft in Deutschland vorbereitet werden, sagte Bouffier der Deutschen Presse-Agentur. „Das gibt ihnen die Chance, auch an dieser Gesellschaft Anteil zu haben und nicht nur mitzulaufen. Das muss man aber auch wollen.“ Bouffier verwies auf Deutschkurse in den Kindergärten und auf Sportvereine, die „fantastische Integrationsarbeit“ leisteten. Solche Angebote müssten trotz Sparzwangs aufrechterhalten werden.

Die umstrittenen Thesen von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin zur fehlenden Integration von Muslimen wies Bouffier als „völlig falsch in der Tonlage und der Begrifflichkeit“ zurück. Es gebe aber Fehlentwicklungen, die gestoppt werden müssten: „Wir dürfen nicht zusehen, wenn Parallelgesellschaften entstehen und wenn Teile dieser Gesellschaft sozusagen außen stehen.“

Plädoyer gegen Verschleierung

Bouffier rief die Zuwanderer auf, sich mehr am gesellschaftlichen und politischen Leben zu beteiligen. Er wünschte auch, dass muslimische Frauen sich nicht verschleierten. Das sei zwar ihre Privatangelegenheit, so würden sie aber „in diesem Land immer Fremde bleiben“. Viele Menschen verstöre der Anblick von Frauen mit Kopftüchern oder Schleiern. Wer sich als Fremder gebe, der bleibe auch fremd, sagte der CDU-Politiker.

In den Fällen, wenn Eltern die Schulpflicht ihrer Kinder missachteten, sollten die vorgesehenen Bußgelder konsequent verhängt werden, sagte Bouffier. Es sei das Recht, aber auch die Pflicht von Eltern, sich um ihre Kinder zu kümmern. Eltern, die sich unverantwortlich verhielten, müsse gezeigt werden, dass der Staat dies „nicht einfach still hinnimmt“. Der Ministerpräsident sprach von Einzelfällen und erklärte, es gebe auch deutsche Eltern, die nicht ausreichend auf die Ausbildung ihrer Kinder achteten.

„Man muss ins Gespräch kommen und die Menschen erreichen“

„Integration wird uns viel länger beschäftigen, als die meisten glauben“, sagte Bouffier, und rief die Opposition in dem Bereich zur Zusammenarbeit auf. Der Anteil der Zuwanderer wachse, deshalb werde es immer wichtiger, Fehlentwicklungen zu stoppen. Ziel müsse sein, dass Zuwanderung von den Menschen in Deutschland nicht als Bedrohung empfunden werde und sich die Migranten zugleich nicht nur geduldet fühlten, sondern eine neue Heimat fänden. „Man muss ins Gespräch kommen und die Menschen erreichen“, sagte Bouffier.

Parallelgesellschaften wie in Teilen Berlins gebe es in Hessen bislang nicht, auch nicht in Städten mit hohem Ausländeranteil wie Frankfurt, Offenbach und Gießen. „Aber wir sind auch nicht auf der Insel der Seligen“, mahnte der CDU-Politiker.

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