Home
http://www.faz.net/-gzm-15yhr
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Neubebauung des Milupa-Geländes „Taunus Carré“ statt „Galerie“ in Friedrichsdorf

08.03.2010 ·  Neuer Anlauf zur Bebauung des Milupa-Geländes: Ein Kölner Projektentwickler will dort ein Einkaufszentrum errichten.

Von Bernhard Biener, Friedrichsdorf
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Ein halbes Jahr nachdem der Investor Gazit Immobilien vom Kauf des ehemaligen Milupa-Geländes zurückgetreten ist, liegt der Stadt offenbar ein neues Angebot vor. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will die Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) des Kölner Immobilienhändlers Heinz Hermann Göttsch auf dem vier Hektar großen Grundstück ebenfalls ein Einkaufszentrum errichten, das um Wohnungen und Büros ergänzt würde.

Die Daten des neuen „Taunus Carré Friedrichsdorf“ ähneln denen der von Gazit geplanten „Galerie Friedrichsdorf“. Danach summiert sich die Verkaufsfläche der verschiedenen Geschäfte auf etwa 12 000 Quadratmeter. Sie liegt vollständig auf einer Ebene. Mit Rewe und der Drogerie Müller verfügt das GEG-Konzept auch über dieselben Ankermieter wie bisher. Sie werden durch kleinere Geschäfte wie Metzger, Bäcker oder Feinkostläden ergänzt. Den zweiten Schwerpunkt im Sortiment bilden Mode und Schuhe. Schließlich gehört zum Warenangebot nach den Vorstellungen der Investoren ein etwa 1700 Quadratmeter großer Elektronikfachmarkt.

Aufgelockerte Wohnbebauung

Die Aufteilung der Flächen weicht von den früheren Plänen ab. Statt einer großen Gebäudeseite des Marktes ist entlang der Bahnstraße jetzt eine aufgelockerte Wohnbebauung vorgesehen. Acht dreigeschossige Häuserzeilen direkt an der Bahnstraße sollen knapp 60 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen aufnehmen. Die Freifläche zwischen den Wohnhäusern und dem eigentlichen Einkaufszentrum ist als eine Art Marktplatz gedacht, an dem Gastronomiebetriebe wie ein Eiscafé oder ein Imbiss liegen sollen. Mit Tischen im Freien könnten sie den Platz beleben, erwarten die Planer. Der Platz soll zugleich über die vom Verkehr entlastete Wilhelmstraße eine Verbindung zur Hugenottenstraße und zum Landgrafenplatz herstellen. Auch vom Bahnhof und vom Altem Viadukt her soll das Einkaufszentrum durch öffentliche Wege erreichbar sein.

Konnte die von Gazit geplante Tiefgarage 450 Autos fassen, so weist sie nach den neuen Plänen 600 Stellplätze auf, von denen allerdings 100 für die Wohnhäuser reserviert sind. Die Zufahrt zu Garagen und Lieferanteneingängen soll ausschließlich von der Seite der Bahnlinie aus möglich sein. Auch das Konzept von Göttsch sieht an der Professor-Wagner-Straße ein Bürogebäude vor, um die Laborgebäude von Milupa zu ergänzen, die weiterhin genutzt werden sollen.

„Sehr gefälliges Konzept“

Die Verhandlungen sind so weit gediehen, dass sich jetzt die städtischen Gremien mit den Vorschlägen befassen, die in einen Bebauungsplan münden sollen. Bürgermeister Horst Burghardt (Die Grünen) bestätigte auf Anfrage die Pläne im Grundsatz und sprach vor allem wegen der Wohnbebauung an der Bahnstraße von einem „sehr gefälligen Konzept“, das den Charakter der Straße stärker berücksichtige.

Zurückhaltender gab sich der Sprecher des Grundstückseigentümers Milupa, Stefan Stohl. Man habe in jüngster Zeit „substantielle Fortschritte“ in den Gesprächen mit Investoren gemacht. Bevor nicht alle Details geklärt seien, gebe es keinen Grund zur Euphorie. Von einem Erfolg könne man erst sprechen, wenn alle Verträge unterzeichnet seien.

Investitionssumme noch offen

Die voraussichtliche Investitionssumme für das neue Einkaufszentrum ist noch offen. Gazit hatte für sein Vorhaben einen Betrag von 60 Millionen Euro genannt. Der Rückzug des Investors im vergangenen September hatte die Stadt tief getroffen, denn das zentrale Gelände, auf dem einst Säuglingsnahrung hergestellt wurde, drohte auf Jahre hinaus eine Brache zu bleiben. Schon im Oktober allerdings hatte der Erste Stadtrat Norbert Fischer (CDU) gesagt, es gebe Verhandlungen mit einem neuen Investor.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Karlsruher Konzern unter Druck

Von Manfred Köhler

Der Energieversorger ENBW im Rhein-Main-Gebiet? Neu wäre das nicht. Der Karlsruher Konzern ist mit 15,1 der Mannheimer MVV Energie beteiligt, die wiederum 48,6 Prozent am Offenbacher Energieversorger EVO hält. Mehr