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Nebenkosten Energiepreise treiben „zweite Miete“ in die Höhe

09.05.2008 ·  Die Wohnnebenkosten sind in Hessen laut Mieterbund zwischen 2004 und 2006 um zehn Prozent gestiegen. Ursächlich für den Anstieg sind vor allem die Kosten für Heizung und Warmwasser, die mehr als die Hälfte der Betriebskosten ausmachen.

Von Rainer Schulze
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Die Wohnnebenkosten sind in Hessen zwischen 2004 und 2006 um zehn Prozent auf bis zu 2,84 Euro je Quadratmeter gestiegen. Dieser Wert ergibt sich nach Darstellung des Hessischen Mieterbunds, wenn sämtliche durchschnittliche Betriebskosten, die auf Mieter umgelegt werden können, addiert würden. Im Mittel zahlten die Mieter in Hessen allerdings „nur“ zwei Euro Nebenkosten je Quadratmeter Wohnraum. Das geht aus dem Betriebskostenspiegel hervor, den der Verband auf der Basis von mehr als 20.000 überprüften Abrechnungen zum zweiten Mal veröffentlicht hat. Ursächlich für den Anstieg seien vor allem die Kosten für Heizung und Warmwasser, die mehr als die Hälfte der Betriebskosten ausmachten. Sie seien im Vergleich zu 2004 um 27 beziehungsweise 18 Prozent gestiegen. Für 2007 liegen noch keine Abrechnungen vor.

Der Vorsitzende des Landesverbands des Deutschen Mieterbunds, Wolfgang Hessenauer, erwartet für das laufende Jahr eine noch stärkere Zunahme der Nebenkosten. Insbesondere die Heizkosten würden voraussichtlich noch einmal kräftig steigen. Der von Januar 2007 bis Januar 2008 um ein Drittel gestiegene Preis für leichtes Heizöl sei im aktuellen Betriebskostenspiegel noch nicht berücksichtigt. „Bei unverändertem Gebäudezustand und gleichem Verbrauch ist mit einer ähnlichen Steigerung zu rechnen“, sagte Hessenauer. Die Gaspreise folgten erfahrungsgemäß zeitverzögert.

Hoffnungen ruhen auf Energieausweis

Hessenauer rief die Eigentümer dazu auf, Energie zu sparen: „Die Vermieter sind bei der Verbesserung des energetischen Zustands ihrer Häuser äußerst zögerlich.“ Dabei könnten sie die Modernisierungskosten auf die Miete umlegen, zudem sichere eine Sanierung die langfristige Vermietbarkeit des Gebäudes. Hessenauer setzt auch Hoffnungen auf den Energieausweis. Das Zertifikat wird für bestehende Wohngebäude vom 1. Juli an stufenweise zur Pflicht.

Haus- und Wohnungseigentümer müssen künftig bei Verkauf oder Vermietung diese Bescheinigung vorlegen, aus der der voraussichtliche Energieverbrauch der Immobilie zu ersehen ist. Den Vorteil des Betriebskostenspiegels sieht der Verband in mehr „Transparenz und Vergleichbarkeit“. Er biete Mietern eine Kontrollmöglichkeit. Große Abweichungen könnten ein Signal sein, die Abrechnung zu prüfen. Verglichen mit dem bundesweiten Durchschnitt, liegen die Nebenkosten in Hessen zehn Cent je Quadratmeter unter den Durchschnittskosten.

Kritik von Hauseigentümern

Nach Auffassung des hessischen Eigentümerverbands „Haus & Grund“ ist der Betriebskostenspiegel „ein untaugliches Instrument, um die Betriebskosten des Wohnens vergleichbar darzustellen“. Der Verband teilte mit, dass eine flächendeckende Erfassung und Ermittlung der durchschnittlichen Nebenkosten je Quadratmeter aufgrund der geringen Datenmenge kaum möglich sei. Zudem seien die Nebenkosten dem Verbrauch unterworfen und dementsprechend von Wohnung zu Wohnung unterschiedlich. Bei dem vorgelegten Betriebskostenspiegel handele es sich somit lediglich um eine Sammlung von Einzelbeispielen, die nicht verallgemeinerungsfähig seien.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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