03.07.2009 · In den lauen Nächten ist derzeit ein Naturschauspiel zu beobachten: Hellgrün leuchtende Punkte flirren in der Luft herum - Hochzeit der Glühwürmchen. Die Leuchtkäfer senden zur Partnersuche in der Nacht ihre Lichtsignale aus.
In den lauen Nächten ist derzeit ein Naturschauspiel zu beobachten: Hellgrün leuchtende Punkte flirren in der Luft herum - Hochzeit der Glühwürmchen. Die Leuchtkäfer mit dem lateinischen Namen „Lamprohiza splendidula“ senden zur Partnersuche in der Nacht ihre Lichtsignale aus. Nur die Männchen können fliegen, sie folgen dem Licht der Weibchen, die auf Pflanzen sitzen und auf Partner warten.
„Am richtigen Standort sind jetzt über 100 Tiere auf einmal zu sehen“, sagt Torsten Cloos vom Naturschutzbund (Nabu) im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, der Glühwürmchen-Exkursionen veranstaltet. Die milden Nächte sorgen für rege Aktivität der Käfer, bei Kälte und Regen zeigen sie sich nicht so zahlreich.
Vor Mitternacht die größten Chancen
Glühwürmchen mögen abwechslungsreiches Gelände mit Bäumen, Büschen und Freiflächen - etwa Waldränder. Auch in Gärten und Parks flimmert es oft - vorausgesetzt, es ist dunkel genug und künstliches Licht stört nicht. Zwischen 22.30 Uhr bis Mitternacht bestehe die größte Chance, das Schauspiel zu sehen, sagt Cloos. Das Licht wird von den Insekten chemisch erzeugt, gesteuert von bestimmten Enzymen. Sie können es aus- und anknipsen.
Noch bis Ende Juli sind die Käfer unterwegs, paaren sich und legen Eier. Danach sterben sie. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die am Boden unter Laub leben und sich unter anderem von Schnecken ernähren. Mit einem Gift lähmen sie ihre Opfer - Menschen seien davon aber nicht gefährdet, versichert Cloos. Erwachsene Käfer fressen überhaupt nichts - sie sorgen ausschließlich für die Vermehrung.
Um mehr über die Verbreitung der Glühwürmchen in Hessen zu erfahren, ruft der Nabu dazu auf, Beobachtungen an die Mail-Adresse „mailanderem LED-Taschenlampen und Bücher gewinnen, sagte Cloos.