12.01.2010 · Die Hessen-CDU bemüht sich, nach kritischen Äußerungen von Landtagsfraktionschef Wagner zu Bundeskanzlerin Merkel die Wogen zu glätten. Die Kritik sei in „kameradschaftlicher Atmosphäre“ erörtert worden. Die Hessen-CDU stehe geschlossen hinter Merkel, heißt es.
Die hessische CDU bemüht sich, nach kritischen Äußerungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wogen zu glätten. Die Unions-Landtagsfraktion in Wiesbaden habe über die Kritik ihres Fraktionsvorsitzenden Christean Wagner an Merkels Wahlkampfstrategie gesprochen, berichtete Parteisprecher Christoph Weirich. Dies sei in „kameradschaftlicher Atmosphäre“ geschehen. Das Ergebnis: „Die CDU Hessen steht geschlossen hinter Angela Merkel als Bundeskanzlerin wie als Parteivorsitzende.“ Die notwendige Debatte werde intern fortgesetzt, „wie es in der CDU Tradition ist“.
Wagner hatte zusammen mit drei Fraktionschef-Kollegen aus anderen Ländern der Kanzlerin vorgeworfen, mit ihrer „gewollten Profillosigkeit“ im Bundestagswahlkampf Stammwähler verprellt zu haben. Deshalb habe die Union das schwächste Ergebnis seit 1949 erzielt. Die CDU müsse ihr Profil schärfen, forderten die Autoren. Der hessische Ministerpräsident und CDU-Vorsitzende Roland Koch distanzierte sich von Wagner. Der Artikel sei dessen „eigene Meinung“. Merkels moderierender Führungsstil sei für eine Volkspartei alternativlos, erklärte er.
Grüne sehen Richtungsstreit in Union
Frankfurts CDU-Chef Boris Rhein äußerte Verständnis für die Kritik. „Die drei Fraktionschefs formulieren in dem Artikel meines Erachtens viel Richtiges“, sagte Rhein der „Frankfurter Rundschau“. Er verstehe Wagners Vorstoß „als Signal an die konservative Stammwählerschaft“, dass die Union immer noch deren Heimat sei. Rhein ist auch Staatssekretär im hessischen Innenministerium.
Die hessischen Grünen vermuteten einen Richtungsstreit in der Union. „Wir sind gespannt, ob sich die Modernisierer oder die Hardliner in der CDU durchsetzen“, sagte der Abgeordnete Mathias Wagner. Er sah den Fraktionschef Wagner wie den Ministerpräsidenten Koch als Verlierer der Debatte, sie seien nicht mehr die Zukunft der Union.