17.02.2010 · Der Möbelkonzern Ikea sieht für sich noch Wachstumsmöglichkeiten im Rhein-Main-Gebiet. Es gebe in diesem Ballungsraum Potential für ein weiteres Haus, sagte Armin Michaely, Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs-GmbH.
Von Manfred Köhler, HofheimDer Möbelkonzern Ikea sieht für sich noch Wachstumsmöglichkeiten im Rhein-Main-Gebiet. Es gebe in diesem Ballungsraum Potential für ein weiteres Haus, sagte Armin Michaely, Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs-GmbH, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der schwedische Konzern betreibt seit vielen Jahren Häuser in Hofheim-Wallau, wo zugleich der Deutschland-Sitz ist, und in Hanau. 2007 kam ein Haus im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach hinzu. Michaely sagte, es sei das Ziel, in etwa fünf Jahren ein viertes Haus in diesem Ballungsraum zu eröffnen. „Wenn es die Möglichkeit dazu gibt, werden wir es tun.“ Auf eine Stadt mochte sich Michaely, Expansionsmanager in der Deutschland-Zentrale, nicht festlegen. Er erwähnte allerdings als denkbaren Standort Frankfurt.
Die Pläne fügen sich in die Expansionsstrategie des Konzerns, der seinen Wachstumskurs trotz der Krise fortgesetzt hat. Im Geschäftsjahr 2008/2009 stieg der Umsatz in Deutschland um 2,3 Prozent auf 3,34 Milliarden Euro. Angaben zum Gewinn macht Ikea nicht. Die Zahl der Ikea-Häuser in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten fast ständig gestiegen, derzeit sind es 45. Allerdings stößt der Konzern zunehmend auf Gegner in der Politik, nicht nur bei seinen Plänen in Hofheim, neben dem Möbelgeschäft mehrere Fachmärkte zu errichten. Michaely berichtete, auch in München, Stuttgart und Kaarst gebe es Schwierigkeiten bei der Expansion der Handelskette.
Innerstädtische Filiale in Hamburg
In Hamburg plant Ikea erstmals die Eröffnung einer innerstädtischen Filiale. Auch dort hatte es Proteste gegen den Branchenprimus gegeben. Michaely dämpfte Erwartungen, der Möbelkonzern werde generell stärker in die Innenstädte vordringen. Das Geschäft in Hamburg-Altona sei ein Versuch, erst 2012 werde es eröffnet, dann werde man einige Jahre Erfahrungen sammeln. In Hamburg sei jedoch ein dritter Markt zusätzlich zu den beiden am Stadtrand notwendig, um diese zu entlasten. Ähnlich war auch bei der Eröffnung des Geschäfts vor drei Jahren in Frankfurt argumentiert worden – es sollte vor allem das Haus in Hofheim entlasten. Dies ist dem Manager zufolge auch eingetreten. Es sei aber immer noch das umsatzstärkste der drei Häuser in Rhein-Main.
Wie stark Ikea wächst, zeigt auch die Entwicklung des Marktanteils; er hat sich in Deutschland allein von 2003 bis 2009 von 6,1 auf 10,6 Prozent erhöht. Damit liegt die Handelskette weit vor der Krieger-Gruppe mit Ketten wie Höffner und Kraft, der Lutz-Gruppe mit Mann Mobilia und Mömax sowie vor Porta, Segmüller und Roller.
„Totalblockade“ der Politiker
Michaely beklagte die mangelnde Unterstützung der Politiker für das millionenschwere Investitionsvorhaben in Hofheim. Dem Argument, ein Fachmarktzentrum an der Autobahn 66 schade den benachbarten Stadtkernen, begegnete er mit einer Studie, wonach im Würzburger Ikea-Haus 29 Prozent der Besucher angegeben hätten, am gleichen Tag auch die dortige Innenstadt aufzusuchen.
„Es wäre für die Region nicht bedauerlich, einen attraktiven Standort zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Michaely zu den Plänen für Hofheim. Mit der gegenwärtigen „Totalblockade“ der Politiker werde nicht nur Ikea, sondern auch Hofheim eine Chance genommen. Michaely erinnerte daran, dass Ikea seine ursprünglichen Pläne bereits reduziert habe. Er äußerte die Vermutung, der Möbelkonzern sei zum Spielball von Kommunalpolitikern geworden. Ob Ikea an dem Plan für eine Erweiterung seines Möbelhauses in Hofheim festhalte, wenn das Fachmarktzentrum drumherum nicht genehmigt würde, wollte der Manager nicht sagen.