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Mitmach-Museum Sparen und Marketing sollen „Wortreich“ helfen

 ·  Das Wissens- und Erlebniscenter „Wortreich“ in Bad Hersfeld schreibt rote Zahlen. Das will die Stadt mit einem neuen Konzept ändern.

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Dass die Stadt richtig gehandelt hat, ein solches Projekt zu realisieren, daran hegt Bürgermeister Thoma Fehling (FDP) keinen Zweifel. Die Rede ist von der Erlebniswelt „Wortreich“, ein Mitmach-Museum, wo sich Besucher mit Sprache und Kommunikation auf vielfältige Weise beschäftigen können. Es handelt sich um die erste Einrichtung dieser Art; sie trägt nach Fehlings Ansicht dazu bei, dem Fremdenverkehr in der osthessischen Stadt neue Impulse zu geben.

Gleichwohl macht die Freizeit- und Bildungsstätte auf einer ehemaligen Industriebrache am Rande der Innenstadt nicht nur für positiv von sich reden. Denn die Kalkulationen haben sich als bei weitem zu optimistisch entpuppt. Nannten Prognosen rund 120.000 Besucher im Jahr, wurden ein Jahr nach der Eröffnung von „Wortreich“ lediglich etwa 65.000 Gäste gezählt. Damit klafft eine Finanzierungslücke von etwa einer halben Million Euro im Etat des Museums, welche die Stadt nun schließen muss. Fehling macht keinen Hehl daraus, dass sich Stadt einen solchen Zuschuss auf Dauer nicht leisten kann. Zumal die Kommune in das Museum schon sechs Millionen Euro investierte.

Städtische Gesellschaft als Betreiber

Daraus haben Magistrat und die kommunale Trägergesellschaft Konsequenzen gezogen. So hat sich die Stadt von ihrem Partner Petri & Tiemann GmbH getrennt. Eine Tochtergesellschaft des international tätigen Bremer Unternehmens, das unter anderem das „Universum“ Bremen und den österreichischen Wissenschaftscenter in Wels betreibt, fungierte bislang als Betreiber von „Wortreich“. Das macht die Stadt nun mit einer eigenen Gesellschaft selbst. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das multimediale Mitmach-Museum auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen. Denn die Schieflage kreiden die Verantwortlichen im Rathaus in erster Linie dem bisherigen Betreiber an, der für die Besucherzahlen offenkundig unseriöse Berechnungen angestellt habe, wie es heißt.

Die Stadt will neue Wirtschaftspläne erarbeiten, die von einem „realistischen“ Gästeaufkommen ausgehen, wie der Bürgermeister, der auch einer der Geschäftsführer der städtischen Betreibergesellschaft ist, sagt. Künftige Kalkulationen orientieren sich also an der Bilanz des ersten Betriebsjahres, die Rede ist von bis zu 75000 Besuchern im Jahr. Um die Kosten zu senken, werden Organisationsstrukturen und Betriebsabläufe gestrafft. Was freilich mit Personaleinsparungen verbunden ist. Etwa ein Drittel der festen und in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter ist davon betroffen. Zudem soll die Gastronomie einen neuen Pächter bekommen, der für mehr Umsatz sorgt.

Noch mehr Anlaufschwierigkeiten

Zum anderen geht es darum, eine neue Marketingstrategie zu entwickeln. Bislang orientierten sich Angebot und Werbung vor allem an jüngeren Besuchern, vor allem Schülergruppen. Künftig solle es mehr als bisher um zahlungskräftigere Klientel gehen. Denn die Einrichtung lockt nicht nur mit rund 90 Exponaten und Versuchen zu Ursprung und Entwicklung von Sprache und Kommunikation auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern. „Wortreich“ offeriert auch Seminare und Workshops für Vereine, Verbände und Erwachsenenbildung, hat dafür Studios eingerichtet. Diese Angebote sollen erweitert werden. Geplant ist nicht zuletzt, Wechselausstellung und Präsentationen mit speziellen Themen aufzubauen.

Mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat auch die neue Kunst- und Kulturhalle. Diese bildet zusammen mit der Wissens- und Erlebniswelt das Zentrum des umgestalteten ehemaligen Industriegeländes. Die Konzert- und Kulturhalle war nach Sanierung und Umgestaltung mit Millionenaufwand in einer früheren Fertigungshalle im Sommer eröffnet worden. Dort finden mehr als 500 Besucher Platz. Konzipiert, um eine Lücke im den Veranstaltungsorten in Osthessen zu füllen, ist die neue Veranstaltungsstätte bislang allerdings nur zu etwa einem Drittel ausgelastet, was prognostiziert worden war. Auch für diese Einrichtung will die Stadt nun das Betriebskonzept modifizieren und mit neuen Angeboten an Veranstalter herantreten.

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