Die Haupt-Mitarbeitervertretung im Bistum Limburg sieht die Wahrnehmung von Mitarbeiterinteressen gefährdet und hat der Bistumsführung in diesem Zusammenhang einen „Wortbruch“ vorgeworfen. Außerdem wird in der Verwaltung vermutet, das Bistum wolle die Mitarbeitervertretung aus strategischen Gründen an den Rand drängen.
Im Bistum Limburg gibt es rund 210 Mitarbeitervertretungen. Außerdem gibt es eine Vertretung der dem Bischöflichen Ordinariat zugeordneten Beschäftigten, eine für die in der Seelsorge tätigen hauptamtlichen Mitarbeiter, die nicht Priester sind, und die Haupt-Mitarbeitervertretung, die von allen Vertretungen gewählt wird.
Sachbearbeiterstelle im Fokus
Gegenstand des Streits sind zwei Pläne der Diözese: Die bisher am Sitz der Bistumsverwaltung liegende Stelle der Hauptvertretung und der Mitarbeitervertretung beim Bischöflichen Ordinariat soll innerhalb von Limburg verlegt werden, was es nach Ansicht der Mitarbeitervertreter Kollegen schwerer machen würde, sie aufzusuchen. Zudem soll die Stelle eines Sachbearbeiters in einem weiteren Büro und die einer Sekretärin 2011 nicht wiederbesetzt werden. Dieses Büro fungiert seit 1992 als Geschäftsstelle für die diözesanen Mitarbeitervertretungen und als Beratungsstelle für Vertretungen im ganzen Bistum.
Dass die Stelle des Sachbearbeiters wegfallen soll, wertet Udo Koser, der Vorsitzende der Hauptvertretung, in einer Stellungnahme an alle Vertretungen in der Diözese als „Wortbruch“ gegenüber bisherigen Zusagen. Für die Mitarbeitervertretung beim Bischöflichen Ordinariat teilte deren Vorsitzender Benno Pörtner seinen Kollegen mit, dass das in Mainz ansässige Kirchliche Arbeitsgericht angerufen worden sei. Angestrebt wird eine einstweilige Anordnung, die dem Dienstgeber vor einer Entscheidung in einem Hauptverfahren untersagt, die Büroräume der Mitarbeitervertreter zu verlegen.
Bistum sieht „solide Entscheidung“
Beschäftigte, die die Stelle aufsuchen wollten, müssten sich künftig über das Zeiterfassungssystem abmelden und Zeiten für Gespräche unter Angabe der Gründe nachtragen, so Pörtner. „Damit wäre bekannt und dokumentiert, wer seine Mitarbeitervertretung aufgesucht hat. Welche Kollegin, welcher Kollege kann sich das angesichts der aktuellen Situation noch leisten?“ Koser sagte, es werde alles Notwendige getan, um den Wegfall der Sachbearbeiter- und der Sekretariatsstelle sowie den Umzug zu verhindern. Er forderte den Generalvikar und die Verwaltungskammer der Diözese auf, die Beschlüsse zu korrigieren.
Dazu sieht das Bistum nach Angaben seiner Sprecherin keinen Anlass. Sie sprach von einer „soliden Entscheidung“, die der Generalvikar nicht noch einmal übeprüfen müsse. Von einer generellen Geringschätzung der Mitarbeitervertretungen könne keine Rede sein, fügte sie hinzu. Der Umzug habe nicht zur Folge, dass die Arbeit schlechter werde. Dass die Stelle eines Mitarbeiters nicht neu besetzt werde, sei richtig, aber die „Substanz der Rechtsberatung“ bleibe bestehen, da sie extern eingekauft werde.
Reaktion zeigt, dass die Entscheidung richtig war
Blaise Pascal (BlaisePascal2010)
- 07.06.2010, 22:31 Uhr
Eigenartige Arbeitsauffassung
Ralf Vormbaum (Vormbaum)
- 08.06.2010, 09:03 Uhr
Hirte und Schafe
Sven Glückspilz (SvenGlueckspilz)
- 10.06.2010, 19:33 Uhr

