08.04.2010 · Der Opfer-Anwalt Thorsten Kahl hat von der Odenwaldschule größere Anstrengungen gefordert, um den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten. Schulleiterin Kaufmann kündigte einen neuen Brief an alle ehemaligen Schüler an, der in der kommenden Woche verschickt werden soll.
Der Opfer-Anwalt Thorsten Kahl hat von der Odenwaldschule größere Anstrengungen gefordert, um den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten. Er habe das Gefühl, dass die Schule immer noch „mehr ich-bezogen als Opfer-bezogen“ handele, sagte Kahl am Donnerstag in Frankfurt. Er habe Hinweise von ehemaligen Schülern erhalten, dass es auch noch bis in die jüngere Vergangenheit Missbrauch von Lehrern an Schülern gegeben habe. „Es hat nicht aufgehört“, erklärte Kahl, der einige Opfer vertritt.
Die Odenwaldschule in Heppenheim hatte am Mittwoch mitgeteilt, der bislang jüngste vorliegende Verdachtsfall sei von 1991. Außerdem wurden neue Vorwürfe bekannt. Nicht nur Lehrer sollen sich an Mädchen und Jungen vergriffen haben, auch unter Schülern soll es Misshandlungen und Gewalt gegeben haben.
Schulleiterin Margarita Kaufmann kündigte am Mittwochabend im „Heute Journal“ des ZDF einen neuen Brief an alle ehemaligen Schüler an, der in der kommenden Woche verschickt werden soll. Davon verspreche sie sich neue Hinweise auf mögliche Missbrauchsfälle. Die Zahl der telefonischen Kontakte über eine extra geschaltete Hotline sei in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen, sagte Kaufmann. „Es gibt hin und wieder einzelne Anrufe.“