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Linkspartei Neuer Eklat um Hütte im Wald

28.09.2008 ·  Trotz Verbots hat die Linkspartei am Sonntag im Kelsterbacher Wald ein „Fraktionsbüro“ mit einem Fest eröffnet. Damit die Hütte nicht abgerissen werden kann, wurde sie in einen Baum gehoben.

Von Katharina Iskandar
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Gerüchte darüber, was mit der illegalen Hütte der Linkspartei geschehen wird, kursieren schon am Sonntagvormittag im Kelsterbacher Wald. Um zwei Uhr heißt es noch, die Linken würden das Holzhaus, das im Lager der Flughafenausbaugegner steht, wie versprochen, am Dienstag abbauen. Keine Stunde später rücken ein Dutzend Umweltaktivisten an, heben die Hütte hoch und tragen sie in den Wald hinein. „Das ist unsere Hütte. Lasst unsere Hütte hier“, rufen Mitglieder der Linkspartei und recken theatralisch ihre Arme in Richtung Haus, das sogleich auf eine Plattform gestellt und in die Baumkronen gehoben wird. Dass dies alles nur inszeniert ist und die „Entführung der Hütte“ ein ausgeklügelter Plan, ist jedem der etwa hundert Besucher bewusst, die zu Kaffee und Kuchen ins Lager der Flughafenausbaugegner gekommen sind.

„Entführung“ war eingefädelt

Der Sprecher der Linken, Thomas Klein, bestreitet zwar, dass die Landtagsfraktion von der Aktion wisse. Doch im Laufe des Nachmittags dringt die Nachricht durch, dass die Fraktion sehr wohl wusste, was mit ihrer Hütte geschehen wird. Und bald gilt als sicher, dass sie die „Entführung“ sogar eingefädelt hat.

Gut anderthalb Stunden dauert es, bis die Hütte in den Bäumen hängt. Zur Unterhaltung wird Musik gespielt, obwohl auch das von der Stadt Kelsterbach untersagt worden war. Die Umweltaktivisten haben einen Flaschenzug gebastelt, mit dem sie das Holzhaus nach mehreren Versuchen dann auch tatsächlich in die Höhe heben. Mehrere Besucher zücken ihr Mobiltelefon, um zu fotografieren. „Das muss man doch festhalten“, sagt ein älterer Mann. „Das geht in die Geschichte ein.“ Wie er finden auch die meisten anderen Besucher die Hüttenaktion „originell“ und hoffen, dass das Haus nun in den Baumkronen bleibt – auch, wenn die Linken damit gegen eine schriftliche Vereinbarung verstoßen würden. Nach den Worten des innenpolitischen Sprechers der Linken, Hermann Schaus, war der Protest gegen das als „Fraktionsbüro“ errichtete Haus ohnehin „ziemlich lächerlich“.

Verfahren gegen die Linkspartei

Das sieht Manfred Ockel (SPD) anders, der sich die Missachtung der Vereinbarung nicht gefallen lassen will, wie er gestern sagte. Es gebe eine feste Vereinbarung mit den Linken, dass die Hütte bis Dienstag Abend abgebaut und aus dem Wald geschafft werden soll, schimpfte der Bürgermeister von Kelsterbach. Daran habe sich die Linkspartei zu halten, „ob sich die Hütte nun auf dem Boden befindet oder in der Luft“. Auch die Tatsache, dass die Linken trotz der verbindlichen Absprache, die juristisch Bestand habe, eine Art Eröffnungsfest mit Musik gefeiert haben, findet Ockel nach eigenen Worten sehr bedauerlich. Dieser Bruch der Vereinbarung rechtfertige, ein Verfahren gegen die Linkspartei einzuleiten. Den Flughafenausbaugegnern mit ihrer Aktion geholfen haben die Linken nach Ansicht Ockels jedenfalls nicht. Nun sei zu überlegen, ob der Wald nicht schon früher geräumt werde. Sollte die Hütte bis Dienstag nicht aus dem Wald verschwunden sein, müsse man ohnehin über eine Räumung nachdenken – egal, wie hoch man die Hütte hängt.

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