07.03.2010 · Eine Verwirklichung der Pläne von Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) zum Ausbau der erneuerbaren Energien würde allein zehn Milliarden Euro an Solar-Subventionen kosten. Das hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung errechnet.
Von Manfred KöhlerEine Verwirklichung der Pläne von Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) zum Ausbau der erneuerbaren Energien würde Milliarden kosten. Nach einer Berechnung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen für die Rhein-Main-Zeitung zöge allein der Ausbau der Photovoltaik in Hessen Ausgaben in Höhe von knapp zehn Milliarden Euro nach sich. Es handelt sich dabei um die Subventionen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz von den Stromkunden aufgebracht werden. Die Kürzung der Fördersätze ist dabei berücksichtigt.
Lautenschläger hatte am Dienstag im Landtag bekräftigt, die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien in Hessen von sieben Milliarden Kilowattstunden 2006 auf 21 Milliarden 2020 steigern zu wollen. Die Nutzung von Biomasse, Wind und Sonne wird unterschiedlich gefördert. Ausdrücklich hatte es im hessischen Umweltministerium geheißen, es gehe nicht darum, einen "kostenoptimierten Ausbaupfad" aufzuzeigen.
„Mehr in die Forschung investieren“
Manuel Frondel, der an der Ruhr-Universität Bochum lehrt und in dem Essener Wirtschaftsforschungsinstitut für Umweltthemen zuständig ist, sagte, bei dem Betrag von knapp zehn Milliarden Euro allein für die Solarenergie handele es sich um die in den 20 Jahren Förderungsdauer anfallende Summe. Es sei die Differenz zwischen dem Börsenpreis von Strom und der Einspeisevergütung für die Anlagenbesitzer. Grundlage ist das Ziel Lautenschlägers, mit Solarenergie sollten 2020 drei Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Angenommen wurde für die Berechnung, dass die Anlagen nach und nach bis 2012 entstehen.
Frondel sagte, besser als derlei Förderung wäre es, die öffentliche Hand stellte zusätzliche Mittel für Forschung und Entwicklung bereit. "Ich verstehe grundsätzlich nicht, warum sich die Politik nicht mehr auf die Forschung über Energieerzeugung, auch über regenerative Energien, konzentriert." Die Mittel dafür stagnierten seit Jahren. Ohnehin helfe der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht der Umwelt, weil die Menge der erlaubten Kohlendioxid-Emissionen in Europa festgelegt sei. Weniger Emissionen in Deutschland zögen also mehr Luftverschmutzung anderswo nach sich.