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Landwirtschaftliche Woche Hessens Bauern können mit höheren Preisen rechnen

 ·  Die Talsohle bei den Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist aus Sicht des hessischen Landwirtschaftsministeriums durchschritten. Die Bauern könnten mit höheren Erlösen rechnen, heißt es. Zudem sollten sie die mit Biorohstoffen zur Energieerzeugung nutzen.

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Trotz der Wirtschaftskrise können Hessens Bauern mit besseren Erzeugerpreisen rechnen. Es gebe Anzeichen dafür, dass die Talsohle bei der Preisentwicklung durchschritten sei, sagte Agrar-Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) zur Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche in Baunatal. Er appellierte an die Bauern, Lehren aus der Krise zu ziehen, zumal der Wettbewerb durch die schrittweise Öffnung des europäischen Agrarmarkts schärfer werde. Unternehmerischen Risiken stünden neue Perspektiven und Chancen gegenüber. Immer mehr Landwirte setzten deshalb bereits heute auf Direktvermarktung, Dienstleistungen oder den Anbau von Biorohstoffen für die Energieversorgung.

In der Energieerzeugung aus Biorohstoffen liege für Hessens Bauern ein neues Geschäftsfeld mit zusätzlicher Einkommensquelle. Die Strom- und Wärmegewinnung mit Biogas stelle eine zukunftsgerichtete Energieversorgung dar, sagte Weinmeister später in Schwarzenborn im Schwalm-Eder-Kreis, wo er einen Förderbescheid für eine Biogasanlage übergab. Momentan decke die Bioenergie rund 75 Prozent der regenerativen Energieerzeugung in Hessen und 80 Prozent bundesweit ab. Die Erzeugung erneuerbarer Energie sei ökonomisch, aber auch ökologisch sinnvoll, da der Ausstoß schädlicher Treibhausgase vermindert werde.

Bauernchef übt Selbstkritik

Der hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider gab für 2010 das Ziel aus, mehr Einfluss nehmen zu wollen. Die Agrarpolitik der Zukunft solle mitgestaltet werden, statt sie übergestülpt zu bekommen. Mit Vertretern des Ministeriums in Wiesbaden solle eine ständige Arbeitsgruppe gebildet werden. Es existiere bereits eine Expertenkommission, die den Bauern in der Krise auf dem Milchmarkt helfen soll. Die Fachleute beschäftigten sich beispielsweise mit den auslaufenden Mengenregelungen.

Verbands-Chef Schneider sagte selbstkritisch: „Wir müssen besser und schneller abschätzen, welche Folgen politische Entscheidungen bis hinein in unsere hessischen Dörfer haben werden.“ Die Funktionsweisen der Märkte müssten analysiert werden. „Wir müssen besser verstehen, mit welchen Steuerungselementen wie tief in einen Markt eingegriffen werden kann und soll und mit welchen Folgen.“ Die Betriebe müssten sich darüber klar werden, wie sie sich auf schwankende Einkommenssituationen einstellen zu haben.

„Gegengewicht zu Konzernen aufbauen“

Nie zuvor im zurückliegenden Jahrzehnt seien Ackerbau sowie Milch- , Obst- und Gemüseproduktion derartigen Preisschwankungen unterworfen gewesen, bilanzierte der Vorsitzende der Landwirtschaftlichen Woche, Heinrich Heidel. Der Auffassung, auf öffentliche Fördermittel verzichten zu können, wenn nur der Marktpreis stimme, erteilte er eine Absage.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Helmut Born, forderte für die Landwirte günstigere Investitionsbedingungen im Baurecht und bei der langfristigen Finanzierung von Krediten. Zudem rief er die Bauern dazu auf, mit unmittelbaren Marktpartnern wie Molkereien und Schlachthöfen ein Gegengewicht zu den „immer mächtigeren Konzernen des Lebensmitteleinzelhandels“ aufzubauen.

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