http://www.faz.net/-gzg-7ocp1

Landesgartenschau Gießen : Eine Stadt auf dem Weg zu neuen Ufern

  • -Aktualisiert am

Herausgeputzt: Die Ufer des Schwanenteichs sind neu gestaltet, eine weitere Brücke ist gebaut. Bild: Landesgartenschau

In knapp einer Woche öffnen sich in Gießen die Pforten für die fünfte hessische Landesgartenschau. Narzissen und Tulpen werden dann aber schon verblüht sein, der milde Winter ist schuld.

          Wer nach Gießen kommt, stößt gleich auf die erste Attraktion der Landesgartenschau. Entlang der Straßen, in Parks und auf Grünstreifen stehen mehr als 4000 zwei Meter hohe „Kunstleitpfosten“, die von Gießener Bürgern, Vereinen, Schulen, Kindergärten, Firmen und Kirchen individuell gestaltet wurden, um die erwarteten rund 700.000 Besucher farbenfroh und auf eindrucksvolle Weise zu empfangen. Die fünfte hessische Landesgartenschau, die erste in einer hessischen Universitätsstadt, steht unmittelbar bevor: Sie soll am Samstag nach Ostern, am 26. April, eröffnet werden und wird bis zum 5. Oktober dauern.

          Hauptausstellungsgelände ist die 35 Hektar große Wieseckaue, mit dem fast 6,4 Hektar großen Neuen Teich im Zentrum. Sie ist in einen „Wissenschafts-Volkspark“ umgewandelt worden. Damit soll die Gießener Tradition des Lernens und der Wissensvermittlung mit den klassischen Aufgaben eines Volksparks verbunden werden. Die angewandten Wissenschaften üben in Gießen einen prägenden Einfluss auf den Charakter der Stadt aus. Justus Liebig und Conrad Röntgen waren hier tätig, die Hochschulen sind nach wie vor die stärksten Identitätsträger.

          Skate-Park für Jugendliche, Spielplatz für Kinder

          In der Wieseckaue sind sieben Wissenschaftsgärten entstanden, ein Gemeinschaftsprojekt von Gartenschau-Gesellschaft, den Studierenden der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Es sind von Büschen und Sträuchern umgebene Parzellen, die dazu einladen, sich mit Themen wie Biodiversität zu befassen. Im Mittelpunkt steht ein „Grüner Hörsaal“. Im „Grünen Mathematikum“ können die Besucher per Fußdruck Wasserstrahlen aus einem Brunnen steuern. Schon von weitem sieht man den sechs Meter hohen Holzpavillon des Paradiesgartens, in dem die Besucher ihre Vorstellungen vom idealen Garten entwerfen können.

          Ein Skate-Park am Rand des Ortsparks soll Jugendlichen zum Zeitvertreib dienen. Daneben leuchten die hölzernen Bauten der Spielschollen für die kleinen Besucher. Diese haben die Südamerika-Reise des Forschers Alexander von Humboldt zum Thema. Die nach dem ecuadorianischen Berg benannte Chimborazo lädt zum Klettern und Spielen ein. Auch die Eltern können sich sportlich betätigen, zum Beispiel an Himmelsschaukeln oder beim Boule. Auf den Wiesen der Aue gibt es viel Platz zum Herumtoben und Spielen. Aus einem der 13 kreisrunden Themengärten, die sich wie eine Molekularkette aneinanderreihen, schaut ein Japanhäuschen heraus, aus einem anderen eine Harfe aus Metall oder ein Container, dessen Dach während der Gartenschau begehbar sein wird.

          Betriebsbereit: Spielschollen auf Humboldts Reisen
          Betriebsbereit: Spielschollen auf Humboldts Reisen : Bild: Landesgartenschau

          Unter dem Motto „Auf zu neuen Ufern“ gehört auch die Lahnaue zur Landesgartenschau. Die rund 450 Hektar große und 2,3 Kilometer lange Aue ist allerdings nicht eingezäunt und kann von jedermann frei zugänglich betreten werden.

          Unter den deutschen Flüssen ist die Lahn der beliebteste Wasserwanderweg mit einer guten Wasserqualität. Im Zuge der Gartenschau soll der Fluss wieder näher an die Stadt heranrücken. Nicht umsonst lautet die erfolgreiche Bewerbungsidee für die Gartenschau: „Gießen als ,geteilte Stadt‘ wird wieder zusammengeführt und als Stadt an der Lahn erlebbar.“ Attraktion sind die „Mühlengärten“, die rund um die Sachsenhäuser Brücke am Oswaldsgarten zum Verweilen einladen.

          Weitere Themen

          Vor Wäldern wird gewarnt

          Nach „Xavier“ in Berlin : Vor Wäldern wird gewarnt

          Alles, was im Freien unterwegs ist, ist in Berlin wegen „Xavier“ zeitweise nicht mehr gefahren. Tausende zogen deswegen zu Fuß in Richtung Alexanderplatz oder quetschten sich in überfüllte U-Bahnen. Die Stimmung blieb trotz allem Chaos gut.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Forcadell: Europa kann nicht mehr wegsehen!

          Die Präsidentin des katalanischen Parlaments kritisiert die Untätigkeit der EU im Katalonien-Konflikt. Diese ignoriere eine „offensichtliche Verletzung von Grundrechten in einem ihrer Mitgliedstaaten“, schreibt Carme Forcadell in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. In Spanien gebe es wieder politische Gefangene.
          Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen.

          Judenhass in Frankreich : Die Täter machen es wie die Nazis

          Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.
          Turbinenherstellung von Siemens in Berlin.

          F.A.Z. exklusiv : Siemens schließt Standorte in größter Konzernsparte

          Die Nachfrage nach Kraftwerken ist wegen der Energiewende fast um die Hälfte gesunken. Siemens hat dafür zu viele Werke und muss mit drastischen Maßnahmen reagieren. Tausende Stellen sind betroffen.

          Streit bei den Republikanern : Bannons Krieg gegen die eigene Partei

          Trumps ehemaliger Chefstratege Bannon nimmt dessen Versprechen, in Washington „den Sumpf trockenzulegen“, ernst. Dafür will er moderate Republikaner aus dem Kongress werfen und durch Ultrarechte ersetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.