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Kriminalstatistik für Hessen Aufklärungsquote so hoch wie nie

10.01.2009 ·  Innenminister Volker Bouffier hat die Kriminalstatistik für Hessen vorgestellt. Demnach gibt es einen Rückgang bei Diebstählen und Einbrüchen. Die Zahl der Körperverletzungen hat hingegen zugenommen.

Von Katharina Iskandar
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Mit einer Aufklärungsquote von 57,1 Prozent und einem Rückgang der Straftaten um 3,2 Prozent hat die hessische Polizei 2008 die größten Erfolge seit zehn Jahren erzielt. Gut eine Woche vor der Landtagswahl stellte Innenminister Volker Bouffier (CDU) die Kriminalstatistik in Wiesbaden vor. Den Angaben zufolge wurden 407.357 Straftaten registriert – 6708 je 100.000 Einwohner. Das Ergebnis zeige, dass Hessen seinen Platz als eines der sichersten Länder der Bundesrepublik gefestigt habe, so der Minister. Derzeit belege Hessen im bundesweiten Vergleich den vierten Platz.

Zurückgegangen ist vor allem die Diebstahlskriminalität, worunter auch Wohnungseinbrüche fallen. Laut Statistik sind die Zahlen seit 1999 um 51 Prozent gesunken. Als Grund nannte Bouffier die gezielte Bekämpfung dieser Delikte durch Sonderkommissariate. Zugleich sorgten auch immer mehr Bürger selbst für ihren Schutz und sicherten Häuser und Wohnungen vor Einbrechern. Der Anteil der versuchten Einbrüche beläuft sich demnach auf knapp 42 Prozent. Ebenfalls weniger Fälle wurden auch bei der sogenannten Straßenkriminalität verzeichnet; hier gab es einen Rückgang von 5,7 Prozent.

Gewaltbereitschaft von Extremisten enorm gestiegen

Sorge bereitet dem Minister nach eigenen Worten die gleichbleibend hohe Zahl von Körperverletzungen. Zwar seien 1,1 Prozent weniger Gewaltstraftaten registriert worden, drei von vier Taten hätten die Ermittler aufgeklärt, was laut Bouffier „für das Opfer und dessen Bewältigung der Tat eine wichtige Rolle spielt“. Die Zahl der reinen Körperverletzungen hingegen habe jedoch um 0,8 Prozent zugenommen. Bouffier erklärt diese Entwicklung unter anderem damit, dass vor allem Heranwachsende bei Konflikten eine niedrige Hemmschwelle hätten.

Erfolge gab es laut dem Minister auch bei der Bekämpfung von politisch motivierter Kriminalität. Von 1360 erfassten Straftaten wurden 766 rechtsextremen Gruppen zugeordnet – was entgegen dem Bundestrend einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Nach den Worten Bouffiers ist die Gewaltbereitschaft von Rechtsextremen enorm gestiegen. Das gelte allerdings auch für das linke Spektrum, dem im vergangenen Jahr 338 Delikte zugerechnet worden sind. Vor allem die Aggressivität gegen die Polizei nehme zu, was sich in Zerstörung polizeilicher Einrichtungen oder Angriffen auf die Beamten etwa bei Demonstrationen zeige.

Bei der Jugendkriminalität, die anders als im vorigen Wahlkampf in der Statistik nicht mehr hervorgehoben wurde, verwies der Minister auf die unterschiedlichen Strategien, mit denen die Polizei versuche, Mehrfach- und Intensivtäter zu ermitteln und sie aus der Kriminalität zu holen. So werde das Frankfurter Betreuungsmodell „BASU 21“ – das Kürzel steht für „Besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren“ – künftig auf ganz Hessen ausgeweitet.

Bouffier: 550 Beamte eingestellt

Gute Ergebnisse erzielt Hessen aber nicht nur bei der Bekämpfung aktueller Kriminalität, sondern auch bei der Aufklärung sogenannter Altfälle. Wie der Präsident des hessischen Landeskriminalamts, Peter Raisch, deutlich machte, sind im vergangenen Jahr außer zahlreichen Sexualdelikten und Raubstraftaten auch 26 Tötungsdelikte mit Hilfe von DNS-Analysen geklärt worden – darunter etliche Fälle, die schon viele Jahre zurücklägen. Auf diesem Gebiet sei Hessen mittlerweile führend.

Dass die Kriminalstatistik in diesem Jahr schon im Januar und somit vor der Wahl vorgestellt wurde, erklärte Landespolizeipräsident Norbert Nedela mit einem neuen Verfahren, das es ermögliche, die Daten schneller als üblich zu erheben. Deshalb werde die Statistik auch künftig gleich zu Jahresanfang präsentiert – auch, wenn kein Wahlkampf sei.

Während im vergangenen Jahr die Oppositionsparteien noch kritisiert hatten, dass die Vorstellung der Kriminalstatistik zu Wahlkampfzwecken vorgezogen worden sei, blieb dieser Vorwurf diesmal aus. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Günter Rudolph, beklagte aber, dass über wichtige Deliktgruppen wie Straftaten gegen das Leben keine Zahlen veröffentlicht worden seien, ebenso wenig wie zur Wirtschafts- und organisierten Kriminalität. Rudolph sowie die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Mürvet Öztürk, warfen Bouffier zudem abermals einen Stellenabbau bei der hessischen Polizei vor. Für Bouffier aber ist dieses Thema nach eigenen Worten erledigt: „Die einen reden über Stellen, wir reden über Menschen aus Fleisch und Blut.“ 550 Beamte seien im vergangenen Jahr eingestellt worden, ebenso viele sollen es dieses Jahr werden.

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