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Katholische Kirche Bistum Fulda verliert beschleunigt Mitglieder

29.03.2011 ·  Das Bistum Fulda hat im vergangenen Jahr fast 1000 Mitglieder mehr verloren als 2009. „Diese Entwicklung hat mit Sicherheit etwas mit dem Missbrauchsfällen zu tun“, meint ein Bistumssprecher.

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Nach dem sexuellen Missbrauchsskandal sind so viele Menschen im Bistum Fulda aus der katholischen Kirche ausgetreten wie seit vielen Jahre nicht mehr. 2783 Austritte verzeichnete das Bistum 2010, im Jahr zuvor seien es nur 1870 gewesen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. „Diese Entwicklung hat mit Sicherheit etwas mit dem Missbrauchsfällen zu tun. Da braucht man kein Prophet sein“, räumte Bistumssprecher Christof Ohnesorge ein.

Konkrete Gründe müssen bei einem Kirchenaustritt nicht angegeben werden. Das Bistum hatte damit zum Jahresende 409.121 Mitglieder und erstreckt sich von Nordhessen bis ins Rhein-Main-Gebiet; 2009 waren es 413.240 Mitglieder gewesen. Die Kirchenaustritte hielten sich in den Vorjahren zuvor auf einem vergleichsweise moderaten Niveau. Zwischen 2008 und 2005 bewegte sich die Zahl zwischen 1884 und 1393. Anfang der neunziger Jahre hingegen lag die Zahl immer über 2300, wie Ohnesorge sagte.

„Finanzielle und steuerliche Gründe“

Der Bistumssprecher betonte, dass aber nicht nur der Missbrauchsskandal, der vor rund einem Jahr auch in Hessen für Negativ-Schlagzeilen sorgte, allein für die hohe Zahl an Austritten verantwortlich sein könnte. „Oftmals gibt es auch finanzielle und steuerliche Gründe für solch einen Schritt.“

„Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich. Die Kirche muss verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen. Wir müssen ehrlich und glaubwürdig sein - mehr denn je“, forderte Ohnesorge. Die Kirche müsse wieder mehr auf die Menschen zugehen und sich wandeln. „Einige mögen vielleicht keinen traditionell gehaltenen Gottesdienste. Da muss man andere Angebote machen.“ Junge Menschen müssten vor allem über das Internet angesprochen werden.

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