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Kassenbudgets teils aufgebraucht Zahnärzte erhalten kein Honorar mehr für Behandlungen

 ·  Patienten in der Rhein-Main-Region müssen nicht befürchten, dass sie 2010 keinen Termin mehr beim Zahnarzt erhalten. Es kann aber sein, dass aufschiebbare Behandlungen auf 2011 verschoben werden. Denn Budgets sind teils ausgeschöpft.

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Patienten in der Rhein-Main-Region müssen nicht befürchten, dass sie aufgrund von Abrechnungsschwierigkeiten in diesem Jahr keinen Termin mehr beim Zahnarzt erhalten. Diese Ansicht hat ein Sprecher der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen auf Anfrage vertreten. Schmerzpatienten müssten ohnehin von den Ärzten behandelt werden. Aber auch wer nur den Nachweis einer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung für sein Bonusheft brauche, werde in der Regel nicht abgewiesen. Es könne jedoch sein, dass aufwendigere und aufschiebbare Behandlungen wie das Austauschen alter Füllungen auf 2011 verschoben würden.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hatte dieser Tage mitgeteilt, dass die Budgets einiger Krankenkassen für die zahnärztliche Versorgung ihrer Mitglieder aufgebraucht sind. Den Zahnärzten werde die Behandlung von Patienten dieser Kassen folglich nicht mehr bezahlt. Deshalb müssten unter anderem Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen mit Einschränkungen bei der Versorgung rechnen.

Obergrenze für die Vergütung

Unter Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) wurden 1993 Budgets für die vertragszahnärztliche Versorgung eingeführt. Mit ihnen wird eine Obergrenze für die Vergütung festgelegt. Davon ausgenommen sind nur Zahnersatz und Individualprophylaxe für Kinder und Jugendliche. Nach Angaben der KZBV dürfen diese Budgets seit 1997 nur noch analog zur sogenannten Grundlohnsumme angehoben werden. Eine Anpassung aufgrund veränderter Mitgliederstrukturen einer Kasse, wenn zum Beispiel mehr Familienangehörige mitversichert sind, oder einer stärkeren Inanspruchnahme der Kassenleistungen durch die Versicherten ist nicht möglich. Ein Ausgleich unter den Kassenbudgets sei ebenfalls nicht gestattet. Bundesweit fehlten 2008 knapp 150 Millionen Euro an Honoraren.

Auch in Hessen reichen nach Angaben des Sprechers der Kassenzahnärzte einige Budgets nicht aus. Davon betroffen seien AOK, betriebliche und landwirtschaftliche Krankenkassen. Bei den Ersatzkassen gebe es keine Schwierigkeiten. Im vergangenen Jahr fehlten in Hessen 14 Millionen Euro für die vollständige Vergütung der erbrachten Leistungen. In diesem Jahr werde mit einem Fehlbetrag von zwölf bis 13 Millionen Euro gerechnet, sagte der Sprecher.

Nur aufschiebende Wirkung

Die Zahnärzte protestierten gegen Ende jeden Jahres gegen die Budgetierung, ohne dass sich etwas verändert habe. Ein Verschieben der Untersuchungstermine habe nur aufschiebende Wirkung, sagte der Sprecher. Man hoffe, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) im nächsten Jahr die zahnärztliche Vergütung reformiere.

Die Krankenkassen haben noch keine Beschwerden ihrer Mitglieder erhalten. Die AOK Hessen teilte mit, dass für 2010 die höchstmögliche Steigerungsrate vereinbart worden sei. „Die AOK Hessen erfüllt ihre Verpflichtungen.“ Im übrigen hoffe man darauf, „dass die Zahnärzte sich ihren Patienten gegenüber fair und gesetzestreu verhalten und Termine nach rein medizinischen Erwägungen verantwortungsbewusst vergeben“.

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Jahrgang 1965, Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

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