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Veröffentlicht: 19.03.2017, 14:05 Uhr

Verbreitungsgebiet verdoppelt Jäger wollen mehr Waschbären schießen

Der Landesjagdverband Hessen fordert, die verlängerten Schonzeiten für Füchse und Waschbären wieder aufzuheben. Die Beschwerden von Bürgern über Waschbär-Schäden häufen sich.

von , Hessen
© dpa Ohne Scheu: Der ursprünglich aus Amerika stammende Waschbär breitet sich auch in Hessen immer mehr aus.

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten der umstrittenen Jagdverordnung hat der Landesjagdverband Hessen Korrekturen verlangt. Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) wird von Verbandspräsident Jürgen Ellenberger aufgefordert, die verlängerten Schonzeiten für Füchse und Waschbären wieder aufzuheben. Wie berichtet, sind seit April vergangenen Jahres Füchse und Waschbären in den Frühjahrs- und Sommermonaten vor Jägern sicher. Für Junghasen und bodenbrütende Vogelarten wie Rebhuhn, Brachvogel und Kiebitz sei das allerdings fatal, meinen die Jäger. Die neue Verordnung unterlaufe die Bemühungen zum Artenschutz. In Nordhessen richteten Waschbären, die zwischen 1. März und 31. Juli nicht mehr erlegt werden dürfen, große Schäden an Gebäuden und Grundstücken an. Der Jagdverband berichtet, dass die Tiere in Dachstühlen von Häusern das Dämm-Material von den Decken rissen und mit ihrem Kot das Dachgeschoss verschmutzten. Die nachtaktiven Tiere brächten immer mehr Bürger um den Schlaf.

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Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes hat der Waschbär sein Verbreitungsgebiet in Deutschland binnen sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt inzwischen fast in jedem zweiten Jagdrevier vor. Die Jäger plädierten vor allem dafür, dass die Fangjagd als effektive Methode ganzjährig erlaubt bleibe. Der Landrat des Vogelsbergkreises, Manfred Görig (SPD), hat zur Messeeröffnung in Alsfeld dazu aufgerufen, gefangene Waschbären im Umweltministerium abzuliefern, um den Druck auf Hinz zu erhöhen. Im Kreishaus häuften sich Beschwerden von Bürgern über Waschbär-Schäden. Zahlen belegen die Ausbreitung. Laut Umweltministerium wurden 2015 fast 28.000 Waschbären in Hessen erlegt, 1995 waren es nur knapp 2500. Bis 2015 durfte der Kleinbär mit Ausnahme führender Muttertiere ganzjährig bejagt werden.

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