23.04.2008 · Am Dienstag noch stand der traditionsreiche Fuldaer Kernzenhersteller Eika vor dem Aus - nun scheint aber doch Rettung in Sicht. Ein Investor könnte das 170 Mitarbeiter zählende Unternehmen zum 1. Mai übernehmen, wie die Insolvenzverwalterin berichtete.
Für den zahlungsunfähigen Kerzenhersteller Eika ist nun doch Rettung in Sicht. Zum 1. Mai könnten die Wachswerke in Fulda voraussichtlich von einem Investor übernommen und fortgeführt werden, berichtete Insolvenzverwalterin Sandra Mitter am Mittwoch. Nach langen Verhandlungen sei am Dienstagabend mit einem Interessenten Einigkeit über die Eckpunkte einer Übertragung erzielt worden. Stunden zuvor hatte die Anwaltskanzlei noch mitgeteilt, dass das Traditionsunternehmen vor dem Aus stehe und das Kündigungsverfahren für die 170 Mitarbeiter eingeleitet worden sei.
Noch am Vortag war die Insolvenzverwalterin davon ausgegangen, dass die Löhne der Mitarbeiter im Mai nicht mehr gezahlt werden könnten. Lange Zeit hatte kein belastbares Angebot eines Übernahmekandidaten vorgelegen. Die Eika Wachswerke, einer der größten Kerzenproduzenten Europas, hatten im Januar Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Am 1. April war das Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Gläubiger müssen noch zustimmen
Im Vordergrund der Verhandlungen stehe der Erhalt der Arbeitsplätze sowie die Standortsicherung in Fulda, sagte Mitter. Um die Rettung perfekt zu machen, werde aber unter anderem noch die Zustimmung des Gläubigerausschusses, der Gläubigerversammlung und der Kreditinstitute gebraucht. Erst dann könne der Vertrag beurkundet werden. Liefe die Einigung wie geplant, könnten die Wachswerke die Produktion ohne Unterbrechung fortführen.
Im vergangenen Dezember hatte das 1824 gegründete Traditionshaus noch Expansionspläne mit einem Umzug in einen größeren Fabrikneubau in Fulda vorgestellt. Die Standortinitiative „Deutschland - Land der Ideen“ hatte den Kerzenhersteller vor vier Monaten für Forschung und Entwicklung im Bereich nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Bio-Kerzen ausgezeichnet. Das Schwesterunternehmen in der Slowakei mit 50 Mitarbeitern ist von der Insolvenz nicht betroffen.