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Im Gespräch: Volker Bouffier „Für Sekt sehe ich keinen Anlass“

09.11.2008 ·  Bei der Landtagswahl im Januar hatte sich Hessens Innenminister im Gießener Wahlkreis gegen Thorsten Schäfer-Gümbel durchgesetzt. Nun treten beide erneut gegeneinander an. Im Interview spricht Bouffier über den neuen Spitzenkandidaten der SPD.

Von Peter Lückemeier und Helmut Schwan
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Bei der Landtagswahl im Januar hatte sich Hessens Innenminister im Gießener Wahlkreis gegen Thorsten Schäfer-Gümbel durchgesetzt. Nun treten beide erneut gegeneinander an. Im Interview spricht Bouffier über den neuen Spitzenkandidaten der SPD.

Haben Sie bei der CDU die Sektkorken knallen lassen, als Sie von der Spitzenkandidatur des unbekannten Abgeordneten Schäfer-Gümbel erfuhren?

Ich war wie alle anderen ziemlich überrascht. Andererseits freilich auch nicht, denn keiner aus der hessischen Führung oder aus Berlin war ja bereit, sich zur Verfügung zu stellen. Aber für Sekt sehe ich keinen Anlass.

Schäfer-Gümbel war ja bei der Landtagswahl Ihr Gegner im Gießener Wahlkreis, er hat nicht schlecht abgeschnitten.

Ja, aber gewonnen habe ich.

Wie schätzen Sie ihn ein?

Er gehört innerhalb der SPD sicherlich zum linken Rand. Er ist sehr fleißig, persönlich eher zurückhaltend, niemand, der wirklich auf die Leute zugeht. Und er steht wie Ypsilanti für den Wortbruch. Ich hatte ihn im Wahlkampf mehrfach auf die Frage des Umgangs mit der Linken angesprochen – er hat damals jede Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Empörung ausgeschlossen.

In welchen Punkten liegen Sie mit Schäfer-Gümbel am weitesten auseinander?

Sicherlich im grundsätzlichen Ansatz. Er ist ein typischer Vertreter des staatlichen Interventionismus.

Warnen Sie Ihre Partei davor, ihn zu unterschätzen?

Ja, nachdrücklich. Jede Wahl muss erst gewonnen werden. Es wäre töricht, jemanden zu unterschätzen, der kein Image hat, also auch kein schlechtes.

Freuen Sie sich als direkter Gegenspieler im Gießener Wahlkreis auf die Auseinandersetzung mit dem Spitzenkandidaten Schäfer-Gümbel?

Ich freue mich überhaupt auf einen erfolgreichen Wahlkampf, der zu einer stabilen Mehrheit unter der Führung der CDU führt. Und bei uns im Wahlkreis wird’s sicherlich auch interessant. Ich bin zuversichtlich, dass ich auch diesmal gewinnen werde.

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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