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Hünfeld/Fulda Heroin mit fingierter Anwaltspost ins Gefängnis

10.03.2010 ·  Mit gefälschter Anwaltspost hat eine Bande über Monate hinweg Heroin in die privatisierte Haftanstalt in Hünfeld und das Gefängnis in Fulda geschmuggelt. Sieben Bandenmitglieder sehen nun einem Prozess wegen Drogenschmuggels entgegen.

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Mit gefälschter Anwaltspost hat eine Bande über Monate hinweg Heroin in die privatisierte Haftanstalt in Hünfeld und das Gefängnis in Fulda geschmuggelt. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen sieben Bandenmitglieder wegen Drogenschmuggels erhoben, sagte ein Behörden-Sprecher in Fulda und bestätigte damit einen Bericht der „Fuldaer Zeitung“.

Die Angeklagten sollen zwischen November 2008 und April 2009 in mindestens vier Fällen Rauschgift an den Wärtern vorbei in den Knast gebracht haben. „Das ist kein Einzelfall. Die Dunkelziffer für solche Taten hoch“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda, Harry Wilke. Die geschmuggelte Menge war zunächst unklar.

Briefkopf im Sichtfenster im „Passierschein“

Der Trick der Bande funktionierte den Ermittlungen zufolge so: Insassen gaben Briefe von ihren Verteidigern bestimmten Besuchern und Freigängern mit nach draußen. Die Dealer bestückten diese Briefe dann mit kleinen Mengen Heroin und schickten sie zurück ins Gefängnis. Da Anwaltsbriefe von Justizvollzugsbeamten nicht geöffnet werden dürfen, gelangte die Post so unbehelligt zum Konsumenten.

Der Briefkopf im Sichtfenster der Umschläge fungierte als „Passierschein“. „Für uns war diese Methode neu“, sagte Wilke. Für gewöhnlich würde versucht, Rauschgift am und im Körper versteckt ins Gefängnis zu schmuggeln.

„Eines der größten Probleme im hessischen Strafvollzug“

Eine Sprecherin des Justizministeriums in Wiesbaden sagte dem Zeitungs-Bericht zufolge: „Dass Anwaltspost zum Schmuggel missbraucht wird, ist eines der größten Probleme im hessischen Strafvollzug.“ Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld räumte ein: „Natürlich gibt es Drogen in der JVA. Wenn man das verhindern wollte, müsste man die Anstalt komplett von der Außenwelt abschotten.“

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