01.12.2009 · Eine auf den Rollstuhl angewiesene 84 Jahre alte Frau hat in Bad Salzschlirf tagelang an der Seite ihres verstorbenen Ehemanns ausgeharrt. Weil sie sich offenkundig nicht mehr versorgen konnte, starb sie in dem Reihenhaus wenig Tage nach ihrem Gatten.
Eine auf den Rollstuhl angewiesene 84 Jahre alte Frau hat in Bad Salzschlirf tagelang an der Seite ihres verstorbenen Ehemanns ausgeharrt. Weil sie sich offenkundig nicht mehr versorgen konnte, starb sie in dem Reihenhaus wenig Tage nach ihrem 82 Jahre alten Ehemann, wie die Polizei in Fulda berichtete. „Wir haben keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Es gibt auch keine Spuren, die auf einen Einbruch oder Selbsttötungen hinweisen“, sagte ein Präsidiumssprecher in Fulda. Die
Frau habe nach den Ermittlungen auch nicht nach Hilfe gerufen.
Die Polizei hatte am Montagabend die beiden Senioren leblos in dem zweigeschossigen Haus in dem osthessischen Kurort gefunden, nachdem die Feuerwehr die Haustür geöffnet hatte. Nachbarn war aufgefallen, dass Tag und Nacht Licht im Haus brannte. Der Briefkasten wurde nicht mehr geleert. Außerdem war das betagte und gesundheitlich angeschlagene Ehepaar, das keine Kinder hatte, seit Tagen nicht mehr gesehen worden.
Keine Obduktion geplant
Die an den Rollstuhl gefesselte Frau soll völlig hilflos gewesen sein. Sie konnte sich nicht mehr selbst versorgen. Warum die Seniorin nicht die Polizei oder Nachbarn in der Siedlung alarmierte, ist laut Polizei unklar. Dass die Frau womöglich nach dem Tod ihres Mannes der Lebensmut verlassen habe, nannte die Polizei „spekulativ“.
Die endgültige Todesursache bei den beiden stand am Dienstagvormittag noch nicht fest. Nach ersten medizinischen Untersuchungen komme Fremdeinwirkung nicht infrage, berichtete die Polizei. Die Leiche werde nicht obduziert, weil offenbar keine Straftat vorliege.