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Hessischer Landtag SPD will runden Tisch zu Islamunterricht

27.02.2009 ·  Die SPD-Landtagsfraktion wagt einen neuen Vorstoß zum Islamunterricht an hessischen Schulen. Sie fordert einen runden Tisch mit Vertretern des Landes und aller relevanten islamischen Religionsgemeinschaften. Kultusministerin Henzler (FDP) hatte vor drei Wochen einen Modellversuch angekündigt.

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Die SPD-Landtagsfraktion hat für die Einführung eines Islamunterrichts einen runden Tisch mit Vertretern des Landes und aller relevanten islamischen Religionsgemeinschaften in Hessen gefordert. Das Land dürfe sich nicht sklavisch an die Vorstellung halten, „einen einheitlichen für alles zuständigen Gesprächspartner zu finden, der alle, aber auch wirklich alle muslimischen Gruppen in Hessen abbildet“, sagte der SPD-Sprecher für Integrationspolitik, Gerhard Merz, in Wiesbaden. Es müssten auch lokale Lösungen möglich sein.

Das Ziel sei eine möglichst breite Übereinkunft zwischen Staat und Religionsgemeinschaften. Dabei dürfe man sich nicht zu sehr am Modell des christlichen Religionsunterricht orientieren. Auch rechtliche Konstruktionen wie die Schaffung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts - analog zu den christlichen Kirchen - dürften keine Bedingung für die Einführung des Islamunterrichts sein. Die islamischen Religionsgemeinschaften seien „nun mal anders verfasst als das, was wir herkömmlicher Weise in diesem Bereich haben“, sagte Merz.

Kultusministerin für Modellversuch

Die SPD forderte die Landesregierung auf, auch die Voraussetzungen für die Einführung eines konfessionsunabhängigen Unterrichtsfaches mit dem Titel „Werte-Ethik-Moral-Religion“ zu schaffen. Konfessionslose Kinder und ihre Eltern stellten in manchen Bereichen der Gesellschaft bereits die Mehrheit der Bevölkerung, sagte Merz.

Bestrebungen zu einem Islam-Unterricht gibt es in Hessen seit vielen Jahren, sie scheiterten aber bislang am Fehlen eines Ansprechpartners auf Seite der Religionsgruppen, wie ihn die Landesverfassung vorschreibt. Die neue Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hatte vor drei Wochen angekündigt, dass es einen Modellversuch geben soll. Mit Blick auf bereits begonnene Testläufe in vier anderen Bundesländern sagte Merz: „Es ist höchste Zeit, dass sich in Hessen was bewegt.“

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