30.07.2009 · Eine wachsende Zahl hessischer Väter nimmt Elterngeld in Anspruch. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag ihr Anteil bei rund 19 Prozent. Sie liegen damit im bundesweiten Vergleich im vorderen Mittelfeld.
Von Wolfram Ahlers und Ewald HetrodtEine wachsende Zahl hessischer Väter nimmt Elterngeld in Anspruch. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag ihr Anteil bei rund 19 Prozent, wie das Gießener Regierungspräsidium mitteilte. Es hat die Anträge ausgewertet, die bei den sechs zuständigen Ämtern in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel und Wiesbaden eingingen.
Über die Gründe über die Zunahme könne man nur spekulieren, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums in Gießen. Er hält es für denkbar, dass die Väter, die sich schon eine Zeitlang nur um ihre Kinder gekümmert haben, ihren Kollegen als Vorbild dienen.
Hessen im vorderen Mittelfeld
Mit ihrem Engagement als Erzieher scheinen die hessischen Männer sich im bundesweiten Vergleich im vorderen Mittelfeld zu bewegen. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die bislang allerdings nur für das erste Quartal 2009 vorliegen, verzeichneten Berlin und Bayern mit 21 beziehungsweise 20 Prozent den höchsten Väteranteil. Schlusslicht ist das Saarland mit zehn Prozent.
Insgesamt wurden in Hessen seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 nach den Angaben aus Gießen knapp 145 000 Anträge gestellt. „Die Flut ist ungebrochen“, konstatierte der Sprecher. Im ersten Halbjahr 2009 seien 30 800 Anträge eingegangen. Das seien zwar rund 600 weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, aber ungefähr 10 000 mehr als in der ersten Hälfte des Jahres 2007.
67 Prozent des Nettoeinkommens
Die Gesetzgebung des Bundes sieht vor, dass ein Elternteil bis zu zwölf Monate lang Elterngeld erhalten kann. Zwei weitere Monate kommen hinzu, wenn der andere die sogenannten Partnermonate zur Betreuung des Kindes in Anspruch nimmt. Diese Möglichkeit nutzt die große Mehrheit der Männer. Die Eltern bekommen 67 Prozent des jeweiligen Nettoeinkommens. Der Mindestsatz beträgt 300 Euro. Höchstens gibt es 1800 Euro.
Bei den Anträgen ist eine Reihe von Details zu beachten. Wie man in Gießen hört, ist die dort eingerichtete Telefon-Hotline sehr gefragt. Im Durchschnitt gingen täglich 35 Anrufe bei der Behörde ein. Manche Antragsteller kämen persönlich, viele erkundigten sich per E-Mail, berichtete der Sprecher. Vom Eingang der Anträge bei einem der sechs Ämter für Versorgung und Soziales bis zum Bescheid vergingen durchschnittlich rund 19 Kalendertage.
Wolfram Ahlers Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.
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