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Hessen Entspannung nach Rekordschnee

03.02.2010 ·  Nach den Rekord-Schneefällen hat sich die Lage in Hessen entspannt. In den tief verschneiten Wäldern des Landes ruht derzeit die Arbeit. Im Odenwald müssen die Schüler am Donnerstag jedoch wieder zur Schule - zumindest bis auf jene in Beerfelden.

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Nach den Rekord-Schneefällen hat sich die Lage in Hessen entspannt. Eisglätte und Schneemassen hatten noch in der Nacht zum Mittwoch und im morgendlichen Berufsverkehr zu chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Dutzende Autos rutschten in Straßengräben oder stellten sich auf der Fahrbahn quer. Tausende Schüler hatten am Mittwoch schneefrei, viele Sporthallen waren wegen der Schneelast auf den Dächern geschlossen. In den Wäldern ist die Gefahr gewachsen, dass Bäume wegen der Schneelast umstürzen.

Trotz des am Mittwoch einsetzenden Tauwetters hat sich der Winter aber noch nicht ganz verabschiedet. In den nächsten Tagen erwartet der Deutsche Wetterdienst zwar Plusgrade und Regen im Flachland. Aber auf den Bergen kann es weiter schneien, und nachts gibt es leichten Frost.

55 Zentimeter Schnee in Vielbrunn

Tief „Miriam“ brachte dem Odenwald einen Schneerekord. In Michelstadt-Vielbrunn lagen am Mittwochmorgen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 55 Zentimeter Schnee. Damit sei der Rekord vom 27. Dezember 2001 übertroffen, damals lagen 46 Zentimeter Schnee. Auf der Wasserkuppe in der Rhön war am Morgen die Schneedecke einen Meter hoch, auf dem Feldberg im Taunus 45 Zentimeter.

In ganz Hessen hatten Autofahrer mit den Schneemassen Probleme. Auf einer Landstraße bei Modautal in Südhessen blieben am Dienstagabend 30 Autos im Schnee stecken. Stundenlang mussten die Fahrer in ihren Wagen ausharren, bis sich ein Räumfahrzeug zu ihnen durchgekämpft hatte, wie die Polizei in Darmstadt berichtete. In weiten Teilen des Odenwaldes wurden Straßen gesperrt, immer wieder fuhren sich Laster fest.

Unfall mit mehreren Lastwagen

Auf der Autobahn 7 (Fulda-Würzburg) rasten am frühen Morgen sechs Lastwagen und ein Kleintransporter zwischen dem Fuldaer Dreieck und Uttrichshausen ineinander. Ein Fahrer wurde leicht verletzt. Die A7 war in Richtung Würzburg blockiert, da einer der Sattelzüge sich quergestellt hatte. Die Autofahrer in dem acht Kilometer langen Stau wurden von der Feuerwehr mit Getränken versorgt. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf eine Million Euro. Bis nach Hessen hinein erstreckte sich am Vormittag ein rund 30 Kilometer langer Rückstau auf der A45 im Sauerland wegen eisglatter Fahrbahnen.

Zwischen Holzhausen und Wilhelmshausen in Nordhessen prallte ein Auto frontal mit einem Lastwagen zusammen. Nach Angaben der Polizei in Kassel war der Autofahrer auf glatter Straße auf die Gegenfahrbahn geraten. Er und sein Beifahrer wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Straßenmeistereien haben beim Salzproduzenten K+S bis Mitte Januar bereits mehr Streusalz bestellt als sonst im gesamten Winter. „Wir produzieren 20.000 Tonnen Streusalz am Tag, und in einem normalen Winter reicht das immer ohne Probleme“, diesmal sei es aber nicht genug, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel in Kassel. „Auch unser Vorrat von 800.000 Tonnen, den wir immer vor dem Winter anlegen, um Kunden schnell beliefern zu können, ist schon aufgebraucht.“

Der pausenlose Einsatz der Winterdienste ist riskant für Ganoven: Im mittelhessischen Biedenkopf störte der Schneeräumdienst am Mittwoch kurz nach 3.00 Uhr zwei Reifendiebe. Die jungen Männer hatten auf einem Firmengelände einen Container aufgebrochen und flüchteten ohne Beute zu Fuß.

Im Odenwald nur noch in Beerfelden schulfrei

In den tief verschneiten Wäldern Hessens ruht derzeit die Arbeit. „Zu viel Schnee“, sagte Michael Gerst, Chef des Landesbetriebs Hessen-Forst. Holzfällarbeiten, für die eigentlich jetzt Hochsaison ist, mussten vielerorts eingestellt werden. „Ab 30 Zentimeter ist es schwierig“, sagte Gerst. In manchen Regionen sei die Schneedecke viel dicker. Die Arbeiter hätten dann Probleme, umfallenden Baumstämmen auszuweichen. Die betroffenen Beschäftigten werden mit anderen Aufgaben betraut oder nehmen Resturlaub.

Im Odenwald müssen die Schüler am Donnerstag jedoch wieder zur Schule - zumindest fast alle. Nur noch in Beerfelden im Süden des Odenwaldkreises fällt wegen der Schneemassen der Unterricht aus, teilte der Sprecher der vom Kreis getragenen Odenwald-Regional-Gesellschaft, Stefan Reinhardt, in Erbach mit. „Beerfelden liegt besonders hoch und hat sehr viel Schnee.“ Auch am Freitag sei dort schulfrei. Der Bus-Linienverkehr im Landkreis normalisiere sich zusehends.

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