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Hessen Arbeitslosigkeit von Ausländern weit über dem Schnitt

31.08.2010 ·  Ein Viertel der Erwerbslosen in Hessen hat einen fremden Pass – die meisten von ihnen leben von Hartz IV. Auch finden im Aufschwung arbeitslose Deutsche eher eine Stelle als Ausländer in der gleichen Lage.

Von Manfred Köhler
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Die jüngsten Arbeitslosenstatistiken bestätigen für Hessen und auch speziell für Frankfurt, wovon in den vergangenen Tagen nach der Veröffentlichung des Buches von Thilo Sarrazin wiederholt die Rede war: Die Arbeitslosigkeit von Ausländern ist deutlich höher als die von Deutschen. Nach den Angaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote in Hessen im August bei Ausländern bei 13,9 Prozent, bei Deutschen hingegen lediglich bei 5,4 Prozent. Das bedeutet, dass im August 24 Prozent der Arbeitslosen einen fremden Pass hatten, wiewohl der Anteil an der Bevölkerung lediglich zwölf Prozent beträgt.

Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen außerdem, dass im Aufschwung eher Deutsche als Ausländer eine Arbeit finden. Binnen Jahresfrist ging die Zahl der arbeitslosen Deutschen um zehn Prozent, die der arbeitslosen Ausländer aber lediglich um 6,3 Prozent zurück. Wie bei der Behörde weiter zu erfahren war, leben vier Fünftel der arbeitslosen Ausländer von Arbeitslosengeld II, also Hartz IV – was bedeutet, dass sie schon länger ohne Arbeit sind. In Frankfurt steht es nicht anders um die Arbeitslosigkeit von Ausländern. Sie stellen in dieser Stadt 10 300 von 27 100 Arbeitslosen, das liegt ebenfalls über ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Quote bei 6,3 Prozent

Alles in allem entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Hessen weiterhin erfreulich. Mit 6,3 Prozent lag die Arbeitslosenquote um 0,7 Punkte unter der vor einem Jahr; die Statistiker zählten im August noch 196.460 Frauen und Männer in den verschiedenen Behörden, die sich um Menschen ohne Arbeit kümmern. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion, sagte, die Zahlen gäben Hoffnung, dass der Aufschwung den Arbeitsmarkt erreiche.

Ein Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt, dass Hessen in etwa im Durchschnitt liegt, was den Rückgang der Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist betrifft. Bayern und Baden-Württemberg stehen mit Quoten von 4,3 und 4,9 Prozent allerdings unverändert besser da. Im Bezirk der Arbeitsagentur Frankfurt, zu der auch der Taunus zählt, lag die Arbeitslosenquote etwas über dem Durchschnitt Hessen, im Stadtgebiet Frankfurts mit 7,9 Prozent noch einmal höher. Im vergangenen Jahr war dort eine Quote von 8,3 Prozent ausgewiesen worden.

„Mischung von Älteren und Jüngeren ein Gewinn“

Karl-Heinz Huth, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Frankfurt, strich in der am Dienstag verbreiteten Pressemitteilung heraus, dass es angesichts der Diskussion um eine Erhöhung des Rentenalters darauf ankomme, für Menschen über 50 Jahre den Arbeitsplatz zu erhalten oder gar einen neuen für sie zu finden. Eine Mischung von jüngeren und älteren Beschäftigten sei für Unternehmen ein Gewinn.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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