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Hängepartie bei Sportwetten Lotto Hessen gewinnt Kunden im Internet

 ·  Lotto Hessen kommt im Netz voran. 16.000 Spieler haben sich seit Wiederaufnahme des Online-Angebots im Juli registrieren lassen. Dagegen drückt Lotto Hessen die Hängepartie bei Sportwetten.

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Lotto Hessen kommt damit voran, im Jahr 2006 verlorengegangene Internettipper zurückzugewinnen und weitere Kunden anzuziehen. Seit der neue Glücksspiel-Staatsvertrag im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist, darf die Lotterie-Treuhandgesellschaft Hessen mbH wieder Online-Lotterien anbieten. Nach Angaben der landeseigenen Gesellschaft verzeichnet ihr Internetshop bisher rund 16 000 Kunden. Jeden Tag kommen etwa 100 Tipper hinzu, wie es weiter am Unternehmenssitz in Wiesbaden heißt. Allerdings kostet eine Hängepartie bei der Vergabe der Sportwetten-Lizenzen das Unternehmen derzeit täglich erhebliche Summen.

Lotto Hessen hatte seinen Online-Shop im Herbst 2006 nach einem Streit mit dem Bundeskartellamt abgeschaltet. Die Behörde hatte die Lottogesellschaften zuvor aufgefordert, ihre Internetangebote auch für Spieler aus anderen Bundesländern zu öffnen. Lotto Hessen hielt dem entgegen, nur über eine Lizenz für dieses Bundesland zu verfügen. Zudem verwies die Gesellschaft auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2006, nach dem sie ihr Angebot nicht ausweiten durfte. In der Folge ist der Glücksspiel-Staatsvertrag reformiert worden.

Ehedem 75.000 Internettipper

Nach der Wiedereröffnung im Juli hat der Internetshop von Lotto Hessen rund 2,3 Millionen Euro an Tippeinnahmen erzielt, wie es in Wiesbaden heißt. Den Umsatz in der Woche beziffert die Gesellschaft auf 145.000 Euro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet, liefe dies auf einen Online-Umsatz von knapp fünf Millionen Euro hinaus. Der Vergleich mit den ehedem erzielten Erlösen zeigt, dass Lotto Hessen erst einen Teil des Weges zu alten Höhen zurückgelegt hat: Bevor das Online-Angebot aus dem Netz genommen wurde, entfielen rund vier Prozent des Gesamtumsatzes von gut 584 Millionen Euro auf den Online-Shop; das waren etwa 23 Millionen Euro. Zudem waren seinerzeit rund 75.000 Internettipper registriert.

Vor diesem Hintergrund hält Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen, die Ängste von Betreibern von Lotto-Annahmestellen vor einer Umsatzverlagerung ins Internet für unbegründet. „Unser Online-Umsatz nimmt nicht etwa den Verkaufsstellen Umsatz weg, sondern bringt uns den zurück, der bislang außerhalb des Glücksspiel-Staatsvertrags getätigt wurde“. Die Wiedereröffnung des Online-Shops sei überfällig gewesen, da das vorherige Verbot „völlig an der Lebensrealität vorbeigegangen sei.

„Das Verfahren ist sehr verfahren“

Unzufrieden ist Sundermann mit der Liberalisierung des Sportwettenmarkts. Der Staatsvertrag sieht 20 Lizenzen vor, die zum 1. November hätten vergeben werden sollen. Nach einer europaweiten Ausschreibung erwartet das Land nun den Zuschlag für die besten Anbieter. Sundermann gibt sich auch zuversichtlich, dass Lotto Hessen über seine Beteiligung ODS GmbH zu den Gewinnern zählen werde. Doch hegt er Zweifel, dass die Lizenzen auch wie erwartet zum Mai 2013 wirksam werden.

Da der Zuschlag nach einem Punktesystem, das die Antworten der Bieter auf die Fragen in der Ausschreibung bewerte, vergeben würden, seien Klagen unterlegener Gesellschaften absehbar. Sundermann: „Das Verfahren ist sehr verfahren.“ Derzeit verliert die ODS Geld, weil sie keine Sportwetten anbieten kann. Bis Jahresende dürften es laut Sundermann rund 1,2 Millionen Euro sein.

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