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Glücksspiel Lotto Hessen wird 60 - Forscher: Geringes Suchtpotential

10.03.2009 ·  Seit 60 Jahren können Hessen Toto spielen, seit 1956 auch Lotto. Während jahrelang nur wenig über Suchtgefahren gesprochen wurde, hat sich das im Zuge der Neuregelung des Glücksspielrechts geändert. Suchtforscher Gerhard Meyer sieht zwar nur geringes Suchtpotential, rügt aber hohe Jackpots.

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Das hessische Lotto feiert am kommenden Samstag 60. Geburtstag: Am 14. März 1949 wurde die „Staatliche Sportwetten GmbH Hessen“ gegründet. Zuvor hatte der Landtag am 9. Februar 1949 ein Sportwetten-Gesetz verabschiedet, geht aus einer Chronik der heutigen „Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen“ hervor. Am Anfang gab es nur die Sportwette Toto, das Zahlenlotto wurde erst 1956 eingeführt. Die Statistik zählt in den 60 Jahren des staatlich organisierten Glücksspiels immerhin 451 D-Mark- und 71 Euro-Millionäre. Seit dem ersten Spiel wurden gut acht Milliarden Euro Gewinne ausgeschüttet.

Während jahrelang das Glücksspiel im Vordergrund stand und wenig über Suchtgefahren gesprochen wurde, hat sich das im Zuge der Neuregelung des Glücksspielrechts geändert (Karlsruhe: Staat muß vor Spielsucht schützen). Lotto-Spielen birgt nach Ansicht von Wissenschaftlern nur eine geringe Suchtgefahr. Der Bremer Suchtforscher Gerhard Meyer geht davon aus, dass nur 0,1 Prozent der Lotto-Spieler in Deutschland als süchtig einzustufen sind. Bei Spielautomaten-Spieler seien es fünf bis sieben Prozent. Als Grund für das geringe Suchtpotenzial von Lotto nennt er die vergleichsweise lange Dauer zwischen Spiel und Ergebnis, erklärt der Psychologe. Lotto dauere den meisten Süchtigen zu lange. Am Automaten wüssten sie schnell, ob sie gewonnen oder verloren haben.

Hohe Jackpots hält Meyer aber für problematisch. Nach den Erkenntnissen der Diplom-Psychologin Chantal Mörsen von der Berliner Universitätsklinik Charité trübt ein hoher Jackpot den gesunden Menschenverstand. Viele Spieler gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns höher ist, weil der Jackpot lange nicht geknackt wurde. Aber auch in einem solchen Fall bleibe die Gewinnchance mit rund 1:140 Millionen sehr gering.

Die Höhe des Jackpot ist seit Anfang 2008 faktisch begrenzt. Das angesammelte Geld muss seitdem spätestens in der 13. Ziehung ausgeschüttet werden. Wenn bis dahin keinen Spieler sechs Richtige und die richtige Superzahl nachweisen kann, dann geht der Jackpot an die Gewinner mit sechs Richtigen.

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