20.01.2010 · Die Kosten für den Streu- und Räumeinsatz werden in Hessen 2010 voraussichtlich deutlich höher liegen als in anderen Jahren. Im Zweifelsfall sogar doppelt so hoch. Bisher wurden auf Landesstraßen 72.000 Streudienst-Stunden gezählt.
Von Hans Riebsamen, DiedenbergenDieser Winter dürfte Hessen teuer zu stehen kommen. Die Kosten für den Streu- und Räumeinsatz werden voraussichtlich deutlich höher liegen als in anderen Jahren. Normalerweise gibt das Land für das Freiräumen und Besalzen der Landesstraßen vier bis fünf Millionen Euro aus – in diesem Jahr könnten sich die Kosten, wenn Eis und Schnee weiter ein Thema bleiben, durchaus verdoppeln.
Wie Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) und Burkhard Vieth, der Präsident des hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, bei einem Ortstermin bei der Autobahnmeisterei Diedenbergen an der A66 berichteten, sind die zusätzlich erforderlichen Gelder noch nicht in den Haushalt eingestellt. Schon im vergangenen Jahr sei der Winter ungewöhnlich frostig und schneereich gewesen, weshalb auch damals zusätzlich Mittel erforderlich gewesen seien.
Posch: Lager werden wieder gefüllt
An Salz mangelt es dem Minister zufolge in Hessen nicht – im Gegensatz zu den nördlichen Bundesländern. Es habe zwar Anfang Januar kurzzeitig Lieferengpässe in Nordhessen gegeben, und derzeit sei Salz in Südhessen knapp, sagte Posch. Doch er sei optimistisch, dass die Lager aufgefüllt werden könnten. Er habe sich an das Unternehmens K+S gewandt und auf die Einhaltung der Lieferverträge gepocht – was ihm auch zugesagt worden sei. Bei den nächsten Ausschreibungen strebe Hessen jetzt eine Vertraglaufzeit von mehreren Jahren an, derzeit betrage die Dauer lediglich ein Jahr.
Derzeit sind die Salzhallen und -silos der hessischen Straßenmeistereien und Winterstützpunkte mit 23.000 Tonnen Tausalz gefüllt. Der durchschnittliche Jahresverbrauch im Bundesland liegt bei 110.000 Tonnen. Dazu kommen noch knapp 20.000 Tonnen Sole, die mit dem Salz beim Streuen vermischt wird, damit der Schmelzprozess schneller einsetzt.
72.000 Streudienst-Stunden
Der Minister bedankte sich bei allen Mitarbeitern des Winterdienstes. Sie hätten in den vergangenen Wochen so gute Arbeit geleistet, dass kaum Beschwerden eingegangen seien. Dank einer guten Logistik bei der Salzversorgung der 59 Meisterei-Standorte und der 50 Winterstützpunkte sei es bisher zu keiner Einschränkung der Mobilität auf den Landesstraßen gekommen, hob Posch hervor. Seit Beginn der Winterperiode seien die Mitarbeiter der Streudienste rund 72.000 Stunden im Einsatz gewesen, auch Saisonkräfte seien engagiert worden. Aus Gründen der Sparsamkeit säßen in den Räum- und Streufahrzeugen keine zwei Mitarbeiter mehr, sondern nur noch ein Fahrer.
Neben den Landestraßen ist das Landesamt auch für die Autobahnen zuständig. Im Auftrag des Bundes übernehmen seine Mitarbeiter dort die Schneeräumung und Salzstreuung. Die Kosten dafür, die der Bund trägt, sind weit höher als jene für die Freihaltung der Landesstraßen. Die Räumung und Sicherung der Kommunalstraßen obliegt den Städten und Gemeinden. Sie haben in den vergangenen frostigen Wochen in vielen Fällen extrem unter Salzmangel gelitten. Weil sie am Ende der Belieferungskette stehen, kam häufig viel zu wenig Salz dort an.
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Peter Sikorski (Hellfire75)
- 20.01.2010, 20:13 Uhr