02.09.2010 · Ein Vater hat in Nordhessen seine vierjährige Tochter mit in den Tod genommen. Beide starben bei einer Detonation in dem Auto des Mannes, das neben einem Feldweg gefunden wurde. Der Sohn wurde so schwer verletzt, dass er in Lebensgefahr schwebt.
Bei einer Familientragödie in der Nähe von Kassel hat ein Vater seine vierjährige Tochter mit in den Tod genommen. Sein ein Jahr alter Sohn wurde schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Die zwei Leichen und der Junge wurden am Morgen an einem geteerten Feldweg bei Trendelburg-Eberschütz in einem Auto entdeckt. Der 52 Jahre alte Mann saß am Steuer des Wagens, die beiden Kinder wurde auf der Rückbank gefunden.
Nach ersten Ermittlungen hat es in dem Fahrzeug eine Sprengung gegeben. Was genau explodierte und ob dies die Ursache für den Tod und die Verletzungen ist, war zunächst unbekannt. Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden wurden angefordert.
Ehepaar lebte getrennt
Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Die Mutter wohnt in Homberg, etwa 80 Kilometer vom Fundort des Wagens entfernt. Das Ehepaar lebte getrennt. Der Mann habe am Mittwoch sein Besuchsrecht wahrgenommen, hieß es. Allerdings habe er die Kinder nicht zur verabredeten Zeit zur Mutter zurück gebracht.
Die Detonation war so heftig, dass sie die Windschutzscheibe und Seitenscheiben des Autos zerstörte. Bis zur Ankunft der LKA-Spezialisten wurde die Untersuchung des Wagens aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Die Leichen befanden sich zunächst noch im Fahrzeug, der Junge wurde in eine Klinik gebracht.
Väter als Täter
Familientragödien gibt es immer wieder. Nach der Trennung von ihrer Partnerin töteten Männer in einigen Fällen nicht nur die Frau, sondern auch - oder nur - die Kinder.
31. Mai 2010: Ein 39 Jahre alter Familienvater tötet in Himmelstadt (Bayern) zuerst seine 29-jährige Frau und flüchtet mit seinen beiden Kindern nach Tschechien. Dort erschießt er die sieben und fünf Jahre alten Jungen und sich selbst. Die Ehe des Paares galt als zerrüttet, der Auslöser für die Tat blieb unbekannt.
2. Januar 2010: In einem Scheidungsdrama ersticht im nordelsässischen Haguenau ein 38-jähriger Mann seine 5, 11 und 13 Jahre alten Töchter und tötet sich selbst. Die getrennt von ihm lebende Frau überlebt. Der Mann hatte wegen früherer Gewalt und Morddrohungen drei Monate Haft verbüßt und war erst kurz zuvor entlassen worden.
1. Juni 2009: Als seine Frau ihm sagt, die Ehe sei am Ende, rastet ein 52-Jähriger im schwäbischen Backnang aus. Er geht mit einem Filetiermesser auf die 35-Jährige sowie die zwei, vier und acht Jahre alten Kinder Los. Die Opfer werden lebensgefährlich verletzt. Das Landgericht Stuttgart verurteilt den Mann wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft.
18. März 2009: In Hornsen in Niedersachsen schießt ein Mann auf seine Familie. Er bringt seine Partnerin, seinen achtjährigen Sohn und danach sich selbst um. Drei weitere Kinder werden schwer verletzt. Nur die sechsjährige Tochter des Paares bleibt unverletzt. Die Polizei nennt Konflikte in der Partnerschaft als Motiv.
10. Februar 2009: Ein 51-Jähriger ersticht in Hattingen (Nordrhein-Westfalen) seine 39 Jahre alte Frau und die zehnjährige Tochter. Die 15-jährige Tochter des Mannes findet die Leichen im Keller. Die Frau wollte ihren Mann verlassen.
16. Juni 2008: Eine Mutter findet im westhessischen Mengerskirchen ihre beiden Kinder im Alter von zwei und vier Jahren tot in ihren Betten. In einem Schuppen des Hauses wird die Leiche des Vaters entdeckt, der Mann hatte sich erhängt.
27. Mai 2008: Ein Dreijähriger findet in Zeitlarn (Bayern) die Leichen seiner Eltern. Der 41 Jahre alte Mann hatte seit eineinhalb Jahren getrennt von der 38-Jährigen gelebt. Als die 10 und 13 Jahre alten Töchter zur Schule gehen, kommt der Vater ins Haus. Dort erschießt er die Frau und tötet sich selbst.
13. Januar 2008: Ein 44 Jahre alter Mann aus Lauda-Königshofen (Baden-Württemberg) erschießt seine 42-jährige Frau sowie die neunjährige Tochter und den 15 Jahre alten Sohn. Anschließend nimmt er sich das Leben. Grund soll eine psychische Erkrankung sein.
18.10.2006: Die Polizei entdeckt die Leichen eine 67 Jahre alten Mannes und seiner Frau in Weilburg. Er soll zunächst die 45-Jährige, danach sich selbst erschossen haben.
30. April 2005: Ein 41-Jähriger löscht vor seinem Selbstmord im südbadischen Rheinfelden seine Familie aus. Er erschießt seine 30 Jahre alte Ehefrau, die vier und sieben Jahre alten Kinder sowie seine 74 und 79 Jahre alten Eltern. Die Frau war mit den Kindern ausgezogen und wollte die Scheidung.