Home
http://www.faz.net/-gzm-6kmgu
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Donnerstag, 09. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Familientragödie Junge nach Detonation noch in Lebensgefahr

03.09.2010 ·  Der bei einer Familientragödie in Nordhessen schwer verletzte Junge schwebt weiter in Lebensgefahr. Sein Vater hatte versucht, ihn wie seine Schwester zu ertränken, bevor sich der 52 Jahre alte Mann in seinem Wagen mit einer Sprengung tötete.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach der Familientragödie mit zwei Toten nördlich von Kassel schwebt ein kleiner Junge weiterhin in Lebensgefahr. „Dem einjährigen Kind geht es unverändert schlecht“, sagte ein Sprecher der Polizei Kassel.

Ein 52 Jahre alter Vater hatte bei Trendelburg seine vierjährige Tochter in einem Fluss ertränkt. Der Mann versuchte auch, seinen Sohn zu ertränken. Der Junge überlebte schwer unterkühlt. Anschließend legte der Vater die Kinder in den Kofferraum seines Autos und tötete sich durch eine Explosion im Fahrzeug. Hintergrund soll gewesen sein, dass der Mann die Trennung von seiner Frau nicht verkraften konnte.

Kinder lagen im Kofferraum

Ein Schäfer hatte das Auto mit den beiden Leichen und dem schwer verletzten Jungen am Donnerstagmorgen an einem geteerten Feldweg bei Trendelburg-Eberschütz entdeckt. Der Vater saß am Steuer des zerstörten Kombis, die beiden Kinder lagen im Kofferraum.

Der Vater hatte die Kinder nach den Ermittlungen wieder aus dem Fluss Diemel geholt und sie ins Auto gelegt. In der Nacht zum Donnerstag zündete er gegen 1.00 Uhr einen Sprengsatz. Im Wagen wurden mehrere Abschiedsbriefe gefunden, in denen der 52-Jährige die Trennung von seiner Frau als Motiv nannte.

Sprengmittel bisher unbekannt

Auch einen Tag nach dem Familiendrama stand noch nicht fest, welches Sprengmittel der Vater verwendet hat. „Es kann durchaus sein, dass wir das erst nach dem Wochenende genauer wissen“, sagte der Polizeisprecher. Das Auto wird in Kassel von Experten der Polizei untersucht.

Das Ehepaar lebte getrennt. Der Vater hatte die Kinder am Mittwoch bei der Mutter abgeholt, aber nicht zur verabredeten Zeit wieder zurückgebracht. Für die Mutter steht eine seelsorgerische Betreuung bereit.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Standhaft bleiben

Von Rainer Schulze

Frankfurt steht vor einer großen Herausforderung: Um die prognostizierten rund 30.000 Neubürger, die bis 2030 in die Stadt strömen sollen, auch unterbringen zu können, ist Phantasie gefragt. Mehr 1