07.06.2009 · Bei der Europawahl sieht sich die CDU „sehr gut behauptet“. Dagegen hat die SPD nach Meinung ihres Vorsitzenden Schäfer-Gümbel unter den Erwartungen abgeschnitten. Wahlsiegerin ist die FDP, die vielfach am stärksten zulegte.
Von Matthias AlexanderDie FDP ist auch im Rhein-Main-Gebiet der klare Sieger der Europawahl. Die CDU bleibt trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft in der Region, die SPD verliert in den meisten Großstädten und Landkreisen abermals, während sich die Grünen auf hohem Niveau stabilisieren und die Linkspartei deutliche Gewinne verzeichnen können, in vielen Kreisen jedoch unter der Fünf-Prozent-Marke bleibt. Die Parteien am äußersten rechten Rand, die 2004 noch hatten zulegen können, verloren stark.
In Frankfurt verloren die Grünen zwar knapp zwei Prozentpunkte gegenüber 2004, gleichwohl lagen sie mit 23,1 Prozent wie schon vor fünf Jahren deutlich vor der SPD, die nur auf 18,7 Prozent kam (minus 0,6 Prozentpunkte). Die Frankfurter CDU verlor immerhin 4,2 Prozentpunkte und kam auf 30,9 Prozent. Dagegen konnte die FDP um fast sechs Punkte auf 14Prozent zulegen. Die Linkspartei erreichte 6,1 Prozent und verbesserte sich gegenüber dem PDS-Ergebnis von 2004 um 2,7 Prozentpunkte. Die Republikaner kamen auf 1,2 Prozent (minus ein Prozentpunkt), die NPD war in Frankfurt nicht wieder angetreten.
FDP im Hochtaunus zweitstärkste Kraft
In Darmstadt kam keine Partei auf einen Stimmenanteil von mehr als 30 Prozent. Die CDU fiel von 32,2 Prozent im Jahr 2004 auf 27,2 Prozent zurück. Damit wurden die Grünen zur stärksten Partei in der Wissenschaftsstadt, obwohl ihr Stimmenanteil leicht um 0,4 Prozent zurückging; sie verzeichneten 27,5 Prozent. Die SPD verbesserte sich in Darmstadt leicht auf 21,5 Prozent, die FDP konnte sich dort nur um vergleichsweise bescheidene 1,3 Punkte auf 10,7 Prozent verbessern.
Im Hochtaunuskreis wurde die FDP mit 17,7 Prozent der Stimmen zweitstärkste Partei hinter der CDU, die auf 40,4 Prozent der Stimmen kam. Die SPD verteidigte den dritten Rang mit 16,9 Prozent knapp vor den Grünen mit 15,2 Prozent. Im Main-Taunus-Kreis dagegen konnten die Sozialdemokraten den zweiten Rang knapp verteidigen. Sie kamen auf 16,5 Prozent, während die FDP mit 15,9 Prozent immerhin die Grünen überflügelte, die auf 15 Prozent kamen. Die Linke verzeichnete mit jeweils 2,8 Prozent im Hochtaunuskreis wie im Main-Taunus-Kreis den gleichen Stimmenanteil.
Auch das Ergebnis in Offenbach lag im Trend. Die CDU fiel von 39,3 auf 35 Prozent, die SPD verschlechterte sich auf 20,6 von 21,4 Prozent bei der Wahl 2004. Die Grünen lagen mit 17,6 Prozent ganz leicht über den 17,5 Prozent, die sie vor fünf Jahren erreichten. Die FDP steigerte sich um 5,2 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent.
SPD verliert in Offenbach weiter an Boden
Im Landkreis Offenbach konnten die Liberalen ihren Anteil auf 14,9 fast verdoppeln, von 7,6 Prozent im Jahr 2004. Exakt so hoch wie der Zugewinn der FDP war der Verlust der CDU, deren Anteil um 7,3 Punkte auf 40,2 Prozent schrumpfte. Die SPD kam auf 18,9 Prozent (minus ein Punkt), die Grünen gewannen geringfügig und kamen auf 14,6 Prozent.
Im Main-Kinzig-Kreis konnte die FDP ihren Stimmenanteil sogar fast verdoppeln, und zwar von 6,9 auf 12,8 Prozent. Die CDU musste einen Rückgang von fast fünf Punkten auf 38,2 Prozent hinnehmen, für die SPD fiel der Rückgang mit 23,8 Prozent gegenüber 24,3 Prozent moderater aus.
In Wiesbaden blieb die CDU mit 36,6 Prozent der Stimmen klar erste Kraft, verlor aber 3,4 Prozentpunkte. Die SPD kam auf 21,2 Prozent (minus 1,1Punkte), die Grünen blieben mit 17,9Prozent annähernd unverändert. Die FDP verzeichnete 13,1 Prozent der Stimmen, das waren 4,2 Prozentpunkte mehr als 2004. Die Linkspartei kam in der Landeshauptstadt auf vier Prozent, mehr als doppelt so viel wie die PDS im Jahr 2004.
Matthias Alexander Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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