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Sonntag, 19. Februar 2012
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Europawahl in Hessen Gähnende Leere im Wahllokal

07.06.2009 ·  In Hessen hat sich die Zahl der Wähler bei der Europawahl in engen Grenzen gehalten. In Hanau herrschte bisweilen „gähnender Leere“ in Wahllokalen. Das Wahlamt in Fulda erklärte den schwachen Zulauf auch mit der Bonifatius-Wallfahrt: „Das interessiert hier mehr.“

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Die Europawahl ist in Hessen erneut auf geringes Interesse gestoßen. Auch gleichzeitige Wahlen auf kommunaler Ebene hatten offenbar das Interesse der Bürger nicht fördern können. Nach der schleppenden Stimmabgabe prognostizierte Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel am Nachmittag, „im Ergebnis wird die Wahlbeteiligung so ähnlich aussehen wie beim letzten Mal.“ In der größten hessischen Stadt Frankfurt lag die vorläufige Beteiligung mit 37,3 Prozent um 2,5 Punkte unter dem aus 2004.

Bei der letzten Europawahl 2004 war die Beteiligung in Hessen auf ein Rekordtief von 37,8 Prozent gesunken. Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatte nach einer Übersicht aus mehreren Städten erst jeder vierte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben. Dafür lag aber in einzelnen Städten wie zum Beispiel in Kassel der Anteil der Briefwähler deutlich höher als vor fünf Jahren.

„Bonifatius-Wallfahrt interessiert hier mehr“

Bei der Landtagswahl im Januar hatte die Wahlbeteiligung 61,0 Prozent betragen, während bei der Bundestagswahl 2005 noch 78,7 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Selbst die Kommunalwahlen 2006 trafen mit 45,8 Prozent auf größeres Interesse bei den Bürgern als die Abstimmung zum Europaparlament.

In Hanau herrschte in manchen Stimmlokalen „gähnende Lehre“, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Das Wahlamt in Fulda erklärte die schwache Beteiligung auch mit der Bonifatius-Wallfahrt: „Das interessiert hier mehr. Die meisten Menschen werden auf dem Domplatz sein.“ In Gießen hatten um 16.00 Uhr erst 24,6 Prozent der Berechtigten gewählt. Bei der Landtagswahl im Januar hatte die Beteiligung zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale bei 39,3 Prozent gelegen.

Parallel mehrere Kommunalwahlen

Etwa 4,4 Millionen Hessen waren zur Wahl aufgerufen. Neben der Europawahl standen Oberbürgermeister-Wahlen in Gießen und Wetzlar auf dem Programm. Außerdem wurden die Landräte für die Kreise Gießen und Bergstraße bestimmt. In 15 Kommunen waren die Bürger zudem zur Wahl von Bürgermeistern an die Urnen gerufen.

Auf dem 88 Zentimeter langen Wahlzettel zum EU-Parlament warben 31 Parteien und sonstige politische Vereinigungen um die Stimmen der Wähler. Die CDU kam 2004 auf 41,2 Prozent der Stimmen, die SPD auf 24,5 Prozent, die Grünen erreichten 15,0 Prozent und die FDP 7,6 Prozent. Bei der Europawahl 2004 errangen Bewerber aus Hessen sieben der 99 deutschen Mandate: drei gingen an die CDU, zwei an die SPD und je eins an FDP und Grüne.

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