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Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Energiesparprojekte Klimaschutz-Charta für Hessen

14.03.2010 ·  Bis zum Jahr 2030 soll die hessische Landesverwaltung „kohlendioxidneutral“ arbeiten, das heißt, die Schadstoffe sollen auf ein Minimum zurückgeführt und absolut unvermeidbare Emissionen durch Kohlendioxid-Kontrakte kompensiert werden.

Von Ralf Euler, Wiesbaden
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Bis zum Jahr 2030 soll die hessische Landesverwaltung „kohlendioxidneutral“ arbeiten, das heißt, die Schadstoffe sollen auf ein Minimum zurückgeführt und absolut unvermeidbare Emissionen durch den Abschluss von Kohlendioxid-Kontrakten kompensiert werden. Eine ehrgeizige Absichtsbekundung, die Finanzminister Karlheinz Weimar am Dienstag mit dem Startschuss für zwei Initiativen seines Hauses untermauern will. Zum einen wird der CDU-Politiker in Frankfurt gemeinsam mit Vertretern von bisher 16 großen, in Hessen ansässigen Unternehmen und Verbänden – darunter die Bahn AG, Flughafenbetreiber Fraport, Deutsche Bank, Pricewaterhouse Coopers, Mainova, SAP, European Business School, Landessportbund und die Deutsche Umwelthilfe – eine KlimaschutzCharta unterzeichnen.

In dem Dokument verpflichten sich die Mitwirkenden, gemeinsam mit dem Ministerium ein Netzwerk zum Austausch von Informationen und Erfahrungen in Sachen Klimaschutz zu knüpfen, den Einsatz neuer emissionsarmer Technologien zu fördern und die Landesverwaltung auf ihrem Weg in Richtung einer effizienteren Nutzung von Energie zu unterstützen. Gleichzeitig wird Weimar, als für die Liegenschaften des Landes zuständiger Ressortchef, einen Energiesparwettbewerb für 41 Landesbehörden ins Leben rufen. Sieger ist, wer binnen eines Jahres die größten Erfolge bei der Reduzierung von Strom-, Wasser- und Heizenergieverbrauch erreicht. Prognosen besagten, so Weimar im Gespräch mit dieser Zeitung, dass in den 41 am Wettbewerb beteiligten Liegenschaften, in denen jeweils zwischen 50 und 100 Menschen arbeiteten, die Stromverbrauchsmenge von 200 bis 400 Einfamilienhäusern eingespart werden könne. Bisher werde in diesen Behörden jedes Jahr insgesamt so viel Strom wie in etwa 4000, so viel Wasser wie in 400 und so viel Heizenergie wie in tausend Haushalten benötigt.

Strom für Landesbehörden aus erneuerbaren Energiequellen

Weimar spricht von zwei wegweisenden „Leuchtturmprojekten“ der Landesregierung. Das „Lernnetzwerk“ sei ein starkes Bündnis für den Klimaschutz, bei dem das Land von der Kompetenz der Unternehmen beim komplexen Thema Nachhaltigkeit profitieren wolle. Der Klimawandel, so Weimar, sei eine große Herausforderung, die nur Hand in Hand mit den Unternehmen, als Ideengeber für die öffentliche Verwaltung, gemeistert werden könne. „Unser Ziel ist die möglichst effektive Reduktion von Treibhausgasen.“ Das Netzwerk ergänze den vom Finanzministerium ausgerichteten Energiesparwettbewerb und ermögliche einen intensiven Gedankenaustausch beim Kampf gegen die Klimakatastrophe.

Nach Angaben des Finanzministeriums ist die Landesverwaltung insgesamt für den Ausstoß von 400.000 bis 600.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) jährlich verantwortlich. Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie soll unter anderem die gesamte Stromversorgung der Landesbehörden aus erneuerbaren Energiequellen sichergestellt werden, was allein schon eine Einsparung von 140.000 Tonnen CO2 bedeuten würde. Durch die allmähliche Umstellung des rund 200 Autos zählenden Fuhrparks auf schadstoffarme Fahrzeuge wäre deren CO2-Ausstoß um 50 Prozent auf rund 100 Tonnen jährlich zu reduzieren, heißt es. Zudem gibt es Vorzeigeprojekte wie die Beheizung und Kühlung des Universitätscampus Westend in Frankfurt mit Fernwärme und den Bau eines neuen Polizeipräsidiums im nordhessischen Baunatal, das für rund 18 Millionen Euro in Passivhaus-Bauweise entsteht.

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