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Kurpark Wiesbaden : Dalai Lama ruft Europa zur Einheit auf

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Mit Worten: Der Dalai Lama rief in Wiesbaden dazu auf, Konflikte gewaltfrei und über Dialoge zu lösen. Bis Dienstag bleibt er in Hessen. Bild: dpa

In der Krise zusammen halten: Mit diesem Appell hat das geistliche Oberhaupt der Tibeter seinen dreitägigen Hessen-Besuch in Wiesbaden begonnen. Tausende kamen zur Ansprache.

          Der Dalai Lama hat die Einheit Europas angemahnt. Die aktuelle Krise innerhalb der Europäischen Union (EU) habe mit Geld zu tun, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten in Bezug auf die griechische Finanzmisere. Darüber solle die Einheit Europas nicht vergessen werden, betonte der Friedensnobelpreisträger am Sonntag zum Auftakt eines dreitägigen Hessens-Besuchs vor mehr als 7000 Menschen im Kurpark in Wiesbaden.

          Die EU könne auch Vorbild für andere Kontinente wie Afrika oder Asien sein. Sie habe dazu geführt, dass der lange Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich beendet worden und eine verlässliche Freundschaft entstanden sei. Konflikte in der Welt könnten nur durch den Dialog gelöst werden, mahnte der Dalai Lama. Dazu brauche es ein Bewusstsein, dass alle sieben Milliarden Menschen auf der Welt gleich seien.

          Er sei Symbol gewaltlosen Widerstands

          Wiesbaden war die erste Station des Dalai Lamas in Hessen. Als offizieller Anlass des Besuchs gilt sein 80. Geburtstag, der nach westlicher Zeitrechnung am 6. Juli war. Am Rande der Rede im Wiesbadener Kurpark protestierten über 100 Anhänger des Shugden-Kultes gegen den Besuch. Hintergrund ist ein Jahrhunderte alter Konflikt zwischen dem Dalai Lama und dem Shugden-Kult, der eine andere Strömung des tibetischen Buddhismus vertritt.

          Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichneten den Friedensnobelpreisträger als Symbol für den gewaltlosen Widerstand. Ihm sei es zu verdanken, dass das Schicksal der Tibeter noch auf der Tagesordnung der Welt stehe. Koch und Roth appellierten an China, in einen Dialog mit Tibet zu treten. Der ehemalige hessische Regierungschef war in Deutschland einer der politischen Türöffner für den Dalai Lama, den China als angeblichen Separatistenführer kritisiert.

          Nach seinem Aufenthalt in Wiesbaden wird der Dalai Lama am Montag in Frankfurt unter anderem an einer Diskussion mit etwa 70 Schülern aus ganz Hessen teilnehmen. Zum Abschluss seiner Hessenreise trifft er sich am Tag darauf erneut in Wiesbaden mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und den Vorsitzenden der Fraktionen im Landtag. Nach Angaben der Veranstalter ist es die 38. Reise des geistlichen Oberhaupts der tibetischen Buddhisten in Hessen.

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