21.07.2010 · Die Zahl der Firmenpleiten ist in Hessen im ersten Halbjahr 2010 rasant gestiegen. Mit 25,3 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahreszeitraum gab es in Hessen die bundesweit größte Zunahme.
Die Zahl der Firmenpleiten ist in Hessen im ersten Halbjahr 2010 rasant gestiegen. Mit 25,3 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahreszeitraum gab es in Hessen die bundesweit größte Zunahme. Das geht aus am Mittwoch präsentierten Berechnungen der Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel hervor. In ganz Deutschland erhöhte sich die Zahl der Insolvenzen in den ersten sechs Monaten 2010 demnach um rund 4,5 Prozent auf insgesamt 17.178.
In Hessen meldeten im ersten Halbjahr 1316 Firmen Insolvenz an. Im Verhältnis zur Unternehmensdichte schneidet das Bundesland jedoch nicht ganz so schlecht ab: Auf 10.000 Firmen kamen von Januar bis Ende Juni 48 Insolvenzen. Damit rangiert Hessen im Ländervergleich im Mittelfeld - auf Platz 8 von 16.
Milliardenhilfen laufen aus
Am besten schneiden Hamburg (29 Fälle pro 10.000 Firmen), Bayern (38 Fälle) sowie Baden-Württemberg, das Saarland und Thüringen (je 40 Fälle) ab. Den letzten Platz belegt - weit abgeschlagen - Bremen mit 80 Fällen pro 10.000 Firmen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 46 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen - Hessen liegt mit seinen 48 also nur geringfügig über dem Schnitt.
Mit gut 39.000 Insolvenzen in ganz Deutschland hatten die Firmenpleiten 2003 eine Rekordmarke erreicht. Danach fielen sie bis 2007 auf unter 30.000 und steigen seither wieder an. Die Experten der Auskunftei Bürgel, die die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen bewerten, rechnen für 2010 mit 35 000 Insolvenzen.
Nach dem Krisenjahr 2009, das Deutschland die tiefste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik brachte, gelten weitere Firmenpleiten als wahrscheinlich - auch weil die Milliardenprogramme der Staaten als Stütze für die Konjunktur allmählich auslaufen.