11.06.2010 · Volker Bouffier, designierter neuer Chef der Hessen-CDU, will die Partei verändern, aber nicht revolutionieren. Die Union soll künftig weiter ihre Stammwähler ansprechen, aber auch die „Generation Cyber und Internet“.
Von Ralf EulerJünger, weiblicher und moderner, aber nicht weniger konservativ soll die hessische CDU nach den Vorstellungen des designierten Landesvorsitzenden Volker Bouffier werden. Er wünsche sich eine Partei, die für Kontinuität stehe und ihre Stammwähler nicht verprelle, sich aber auch für die „Generation Cyber und Internet“ öffne, sagte Bouffier. Der 58 Jahre alte Innenminister soll morgen bei einem Parteitag im nordhessischen Willingen als Nachfolger von Roland Koch zum CDU-Landesvorsitzenden gewählt werden und Ende August auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen.
Die hessische CDU müsse sich nach dem angekündigten Rückzug von Koch nicht neu erfinden, „aber es beginnt ein neuer Abschnitt“, so Bouffier. Er habe keinen Anlass, sich von der Politik des amtierenden Ministerpräsidenten zu distanzieren. Dennoch bedeute der geplante Übergang der Ämter des Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten von Koch auf seine Person zweifellos einen „großen Einschnitt“ für die Union.
Für Koch als Ehrenvorsitzenden
Bouffier bestätigte, dass er Koch beim Parteitag morgen zum Ehrenvorsitzenden der hessischen CDU vorschlagen werde. Er sei überzeugt, dass eine solche Würdigung, mit der Koch auch nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik Sitz und Stimme im CDU-Landesvorstand behielte, „ein richtiges Signal“ sei, äußerte der Minister. „Das Schöne am Ehrenvorsitz ist ja, dass man kommen kann, wann man will, aber nie kommen muss.“
Wie berichtet, will Bouffier, derzeit noch einer der drei stellvertretenden Parteichefs, die Lücken, die durch sein Aufrücken an die Parteispitze und den Rückzug von Umweltministerin Silke Lautenschläger als stellvertretende Landesvorsitzende entstehen, mit zwei Frauen schließen. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann aus Kassel und Lucia Puttrich, Bundestagsabgeordnete aus der Wetterau, kandidieren morgen für die beiden freiwerdenden Posten. Der frühere Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung bewirbt sich abermals für die dritte Stellvertreterstelle.
„Köhler nicht Spitzenkandidatin 2013“
Peter Beuth, 42 Jahre alt und seit gut einem Jahr Generalsekretär der hessischen Union, stellt sich auf Wunsch des designierten neuen Parteichefs ebenfalls zur Wiederwahl. Der 58 Jahre alte Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller soll ins Parteipräsidium einziehen und dort für eine stärkere Repräsentanz der kommunalen Basis sorgen.
Auch die aus Wiesbaden stammende Bundesfamilienministerin Kristina Schröder gehört nach den Worten von Bouffier „uneingeschränkt zu unserem Spitzenpersonal“. Daran waren bei manchen in der CDU Zweifel aufgekommen, weil der designierte Parteichef Schröder nicht als stellvertretende Landesvorsitzende vorgeschlagen hatte. Die Zweiunddreißigjährige werde für die hessische CDU „eine andere herausragende Aufgabe“ übernehmen, kündigte Bouffier gestern an. Dass sie im November anstelle von Roland Koch als stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende kandidieren könnte, wollte er nicht bestätigen.
Spitzenkandidatin der Union bei der nächsten Landtagswahl Ende 2013 werde Köhler jedenfalls nicht, stellte Bouffier klar. Diese Aufgabe will der künftige starke Mann der Hessen-CDU selbst übernehmen.
Jubel
Karl Neuwald (KarlFAZ)
- 11.06.2010, 12:44 Uhr
Als Mitglied der "Generation Cyber und Internet"...
Andreas Spengler (a.spengler)
- 11.06.2010, 12:54 Uhr
Jung, weiblich, modern und konservativ heute -Freiheit statt Sozialismus gestern
Norbert Theodor Bertel (postcat)
- 11.06.2010, 14:15 Uhr
... und kein Wort zu Inhalten
Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)
- 11.06.2010, 14:48 Uhr
CDU und Generation Cyberspace?
Heiko Barrach (bitbuerster)
- 11.06.2010, 15:31 Uhr