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Bildarchiv Marburg Historische Porträts im Internet

Das Bildarchiv Marburg erstellt mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen Online-Katalog zu Persönlichkeiten aus vier Jahrhunderten.

© DPA Das Bildarchiv Marburg zählt zu den bedeutensten und umfangreichsten seiner Art. Historiker und Kulturwissenschaftler wollen hier forschen können.

Historische Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten lassen sich künftig via Internet anschauen: Mehr als 200 000 Porträts aus vier Jahrhunderten wird das Bildarchiv Marburg als Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte für elektronische Medien erschließen und ins Internet stellen. Das Projekt mit dem Titel „Digitaler Porträtindex druckgraphischer Bildnisse der frühen Neuzeit“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt und ist auf zwei Jahre angelegt.

Wolfram Ahlers Folgen:

Ziel des Vorhabens ist es, eine umfangreiche und zugleich repräsentative Auswahl druckgrafischer Bildnisse aus den wichtigsten öffentlichen Sammlungen in Deutschland und Österreich systematisch zu erschließen und zum ersten Mal einen gemeinsamen illustrierten Verbundkatalog online zur Verfügung zu stellen. Bei den Druckgrafiken – es sind vor allem Abzüge von Kupferstichen und Holzschnitten – handelt es sich nach Auskunft von Hubert Locher, wissenschaftlicher Direktor des Bildarchivs Marburg, um Darstellungen von bedeutenden Regenten, Geistlichen und Gelehrten aus verschiedenen europäischen Ländern.

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Hilfe für Historiker und Kulturwissenschafter bei ihren Forschungen

Einen Schwerpunkt der Sammlungen bilden die Gebiete des 1806 aufgelösten Heiligen Römischen Reichs. Die Grafiken sind zwischen Mitte des 15. Jahrhunderts bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Vier Bibliotheken – die Österreichische Nationalbibliothek, die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, die Universitätsbibliothek Leipzig und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel – sowie drei Museen – das Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte Münster, die Kunstsammlungen Veste Coburg und das Germanische Nationalmuseum Nürnberg – sind die Kooperationspartner des Bildarchivs Foto Marburg, das der Philipps-Universität angegliedert ist.

Der neue Online-Katalog soll es Historikern und Kulturwissenschaftlern erleichtern, über Persönlichkeiten, Stände, Gruppen und Ereignisse der frühen Neuzeit zu forschen. Gleichermaßen sollen Kunsthistoriker von dem Sammlungen übergreifenden elektronischen Katalog profitieren, beispielsweise, wenn es um die Einordnung und Bewertung von Porträts als einer der wichtigsten Kunstgattungen jeder Epoche geht. Zugute kommt Wissenschaftlern und Hobbyforschern nicht zuletzt, dass auch bislang nicht frei zugängliche Bestände aus Bibliotheken und Museumssammlungen, nach unterschiedlichen Kriterien geordnet, für die Recherche am Bildschirm zur Verfügung stehen.

Sehr bedeutend und umfangreich

Unterteilt ist der Katalog in Suchregister wie Namen und Lebensdaten dargestellter Persönlichkeiten. Die Zuordnung erfolgt zudem nach Künstlern, die die Porträts geschaffen haben, nach Druckorten oder Erscheinungsort. Geplant ist außerdem, den Katalog mit anderen Online-Enzyklopädien zu verknüpfen. Vorgesehen ist eine englische Version des Katalogs.

Das Marburger Bildarchiv zählt zu den bedeutendsten und umfassendsten seiner Art. Als Vater der Sammlungen gilt Richard Hamann, der als erster ordentlicher Professor für Kunstgeschichte an der Universität Marburg nach seinem Amtsantritt 1913 die Photografische Gesellschaft gründete, die der Hochschule Aufnahmen von Kunstwerken und Baudenkmälern beschaffte. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das Land die Gesellschaft und gliederte sie später unter dem Namen Bildarchiv Foto Marburg in die Philipps-Universität ein. Das Archiv, vom Wissenschaftsrat zum Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte aufgewertet, hat rund zwei Millionen Aufnahmen von Kulturgütern. In den neunziger Jahren begann das Archiv, seine Bestände auch auf elektronischem Weg zugänglich zu machen.

Quelle: F.A.Z.

 
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