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Bilanzbetrug Früherer Chef von Schuh-Rohde muss in Haft

18.04.2008 ·  Der betrügerische Rettungsversuch für seine Firma bringt den ehemaligen Eigentümer des traditionsreichen Schuhherstellers Rohde für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Unternehmer, laut Anlage ein „Ehrenmann“, hatte vor dem Urteil umfassend gestanden.

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Der betrügerische Rettungsversuch für seine Firma bringt den ehemaligen Eigentümer des traditionsreichen Schuhherstellers Rohde für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Marburger Landgericht verurteilte den 73 Jahre alten Unternehmer am Freitag wegen schweren Betrugs in drei Fällen. Als Firmenchef hatte er mit falschen Angaben Kredite zur Sanierung seines angeschlagenen Unternehmens erschlichen und einen Schaden von 40 Millionen Euro angerichtet. Dennoch konnte er die Insolvenz der Firma, die seit 1947 im nordhessischen Schwalmstadt Schuhe produziert, nicht abwenden. Inzwischen hat Rohde einen neuen Eigentümer und noch 300 der einst etwa 500 Mitarbeiter.

Fast genau ein Jahr nach der Firmenpleite vom März 2007 stand der ehemalige Chef nun vor Gericht. Mit dem Urteil blieben die Richter weit unter dem möglichen Höchststrafmaß von zehn Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Haft gefordert. Der Angeklagte sei ein Ehrenmann, der sich nicht selbst bereichert habe, sagte Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel: „Das ist eine persönliche Tragödie, die einen nicht unberührt lässt.“ Als strafmildernd werteten die Richter, dass der Angeklagte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ablegte. Berücksichtigt wurde auch, dass fünf der 40 Millionen Euro an die Kapitalgeber zurückgezahlt wurden.

Der Angeklagte bedauerte in einem Schlusswort seine Tat: „Es tut mir leid, dass ich das getan habe. Ich wollte nicht betrügen, sondern wollte den Betrieb am Laufen halten. Ich habe im Grunde gezockt.“ Die Verteidigung betonte, der ehemalige Firmenchef, der sich zunächst nach Südamerika abgesetzt hatte, stehe vor dem Scherbenhaufen seines Lebens. Der Unternehmer habe mehr als 40 Jahre die alleinige Verantwortung für den Betrieb getragen und ihm sei nichts übrig geblieben, sagte sein Anwalt vor Gericht.

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