06.04.2010 · Hessens Familienministerium hat einem Naturkindergarten in Rotenburg an der Fulda die Betriebserlaubnis entzogen. An den Kindern sollen Kelten-Rituale praktiziert worden sein. Zudem steht der Vorwurf im Raum, den Kleinen „besprochenes Salz“ verabreicht zu haben.
Hessens Familienministerium hat einem Naturkindergarten im osthessischen Rotenburg an der Fulda die Betriebserlaubnis entzogen. Der Grund: An den Kindern sollen Kelten-Rituale praktiziert worden sein. Zudem steht der Vorwurf im Raum, den Kleinen „besprochenes Salz“ verabreicht zu haben.
„Wir können zwar nicht von einem Sektenverdacht sprechen, sehen aber das Kindeswohl gefährdet“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen Bericht von „Hit Radio FFH“. Die Mitspracherechte der Eltern seien in der Einrichtung missachtet worden. Die Vorsitzende des Trägervereins sei eine Anhängerin eines esoterischen Kults.
Exotische Huna-Rituale
Es sei offenkundig, dass in dem Kaloku-Naturkindergarten Dinge mit den Kindern passierten, die nicht mit den Eltern abgesprochen gewesen seien. 16 Eltern schickten ihre Sprösslinge vorsichtshalber nicht mehr in den Kindergarten. Am Ende seien nur noch 2 der 18 Plätze belegt gewesen. Der Kindergarten war 2008 eingerichtet worden. Beschäftigt waren dort zwei Erzieherinnen, eine Kinderpflegerin und eine weitere Mitarbeiterin.
Laut Ministerium wurden die Kinder mit exotischen Huna-Ritualen konfrontiert. Huna ist eine esoterische Spielart der alten schamanistisch geprägten Naturreligion Hawaiis. So wurden den Kleinen „besprochenes Salz“ gegeben. „Das sollte eine reinigende und stärkende Wirkung haben“, sagte die Ministeriumssprecherin. Auch homöopathische Mittel sollen den Kindern der Eltern verabreicht worden sein. Laut Medienberichten führt die Vorsitzende des Trägervereins eine Naturheilpraxis. Bereits im Februar hatten die Praktiken in der Einrichtung für Wirbel gesorgt. Nach Erkenntnissen des Familienministeriums habe „der gesamte Kindergarten nicht funktioniert“, strafrechtlich relevante Vorkommnisse hätten sich aber nicht ereignet.