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Berlin-Offerte an Metzger Ypsilanti lügt nicht und wusste alles

02.06.2008 ·  In der SPD werden „Bundestagsmandate nicht nach Gusto verteilt“, wie Landeschefin Ypsilanti gesagt hat. Gleichwohl bestätigt die SPD, der Abgeordneten Metzger signalisiert zu haben, sie könne „eventuell“ im Odenwald für den Bundestag kandidieren.

Von Ralf Euler
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Nein, gelogen habe sie nicht. Andrea Ypsilanti halte zwar nicht jedes ihrer Wahlversprechen, aber mit der Wahrheit nehme sie es schon genau, hieß es am Montag in der SPD über die hessische Parteivorsitzende. Jawohl, Generalsekretär Norbert Schmitt habe vor drei Wochen am Rande einer Landtagssitzung in Wiesbaden ein etwa einstündiges Gespräch mit der Darmstädter SPD-Abgeordneten Dagmar Metzger geführt, bestätigte SPD-Sprecher Frank Steibli. Dabei habe Schmitt, mit Wissen Ypsilantis, auch die Möglichkeit erwähnt, Metzger könne eventuell im Wahlkreis Odenwald für den Bundestag kandidieren. Die Frau, die im März mit ihrem Nein eine von der Linkspartei tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung verhindert hatte, möge diese Frage doch einmal „in ihrem Herzen bewegen“, sagte Schmitt nach Darstellung Steiblis.

Am Samstag hatte Ypsilanti zwar wie berichtet gesagt, in der SPD würden „Bundestagsmandate nicht nach Gusto verteilt“. Dies jedoch, so Parteisprecher Steibli, sei fälschlicherweise als Dementi interpretiert worden. Von einem Versuch, Linken-Kritikerin Metzger abzuschieben, in der Hoffnung, so eine Mehrheit für Rot-Grün-Rot in Wiesbaden sicherzustellen, könne keine Rede sein, heißt es auch im Parteivorstand. Dabei wird darauf hingewiesen, dass ein abermaliger Anlauf auf eine rot-grüne Minderheitsregierung wenn überhaupt, dann sicherlich weit vor der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres genommen würde.

Metzger selbst hat klargestellt, dass es sie nicht nach Berlin ziehe, und dass sie bei ihrer Haltung bleibe. „Meine Skepsis gegenüber der Linken ist eher größer geworden als kleiner.“ CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg sieht in der Debatte um Metzger, Berlin und die Linken „einen weiteren Beleg für den desolaten Zustand der SPD“. FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn forderte die Grünen auf, sich von ihrem bevorzugten Koalitionspartner zu distanzieren. Er wundere sich, dass die Grünen das „undemokratische Verhalten“ der SPD-Führung im Umgang mit einer parteiinternen Kritikerin kommentarlos hinnähmen. „Dabei höre ich sonst von den Grünen zu jedem Baum, der etwas früher Blätter verliert, eine Erklärung.“

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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