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Veröffentlicht: 09.02.2014, 14:15 Uhr

Ball des Sports 2014 Luftsprünge und Wildlachs

Selten trifft man so viele schöne und trainierte Menschen wie bei diesem Fest. Auch in den nächsten zehn Jahren soll der Ball des Sports in Wiesbaden stattfinden.

von , Wiesbaden
© dpa Eingehakt und in guter Stimmung: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) mit Fechterin Britta Heidemann.

Als der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) am Samstag mit seinem Mann Helge dem Portal der Rhein-Main-Hallen zustrebte, ahnten die einheimischen Zaungäste nicht, dass ihr Stadtoberhaupt im Laufe des Abends eine überraschende Botschaft verkünden würde. Stattdessen konzentrierten sie sich auf die Bilder, die sich ihnen auf dem roten Teppich boten. Selten sieht man so viele junge, durchtrainierte und schöne Menschen auf dem gesellschaftlichen Parkett wie beim Ball des Sports.

Ewald Hetrodt Folgen:

Aber auch reifere, staatstragende Persönlichkeiten kamen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière provozierte die Kameraleute mit einer grellgrünen Fliege. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) begrüßte sie mit landesväterlicher Jovialität: „Grüß’ euch.“ Applaus bekamen die Sympathieträger unter den zahlreichen Athleten.

Ball des Sports 2014 Körperspannung pur: Artisten präsentieren ein Zusammenspiel von Sport und Kunst. © dpa Bilderstrecke 

Der Gewichtheber Matthias Steiner zählte ebenso dazu wie der Turner Fabian Hambüchen und der frühere Fußball-Nationalspieler Günter Netzer. Zu den Gastgebern zählte die frühere Schwimmerin Franziska von Almsick. Sie gehört heute dem Aufsichtsrat der Sporthilfe an.

Demonstration gegen das IOC

Auf der anderen Straßenseite demonstrierte der Verein Warmes Wiesbaden. „Wir kritisieren das IOC für seine Entscheidung, Olympische Spiele trotz der bekannten staatlich organisierten Menschenrechtsverletzungen an Homo-, Bi- und Transsexuellen in Russland auszutragen“, lautete die Position, hinter der sich bei nasskaltem Wetter gut 15 Aktivsten zusammengefunden hatten. „Fair play for gays“ stand auf ihren Plakaten. Als Provokation wurden sie nicht empfunden. Michael Ilgner jedenfalls, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe, ist für eine ähnlich kritische Haltung bekannt. Trotzdem scheute die Deutsche Sporthilfe keine Kosten und Mühen, um die 1800 Gäste der traditionellen Benefizgala für den Leistungssport zu begeistern.

Eine Live-Schaltung ins Deutsche Haus verband Wiesbaden mit dem Schauplatz der Olympischen Winterspiele. „Sprung nach Sotschi“ lautete das Motto des Abends. An Ort und Stelle waren Athleten wie der Europameister im Weitsprung, Christian Reif, und Stabhochspringer Björn Otto in Aktion.

Reinerlös von 750.000 Euro

Gleichzeitig ließen die Gäste es sich schmecken. „Dreierlei vom Wildlachs“ stand oben auf der Speisekarte. Für das Hauptgericht hatte Michael Käfer „hochfränkische Weideochsen“ zerlegen lassen. Zum Dessert gab es Birnenparfait, Safrangelée und Schokoladenkaviar, ein Gesamtkunstwerk in Gold, Silber und Bronze. Danach spielte die Bigband der Bundeswehr zum Tanz auf. Für die Show um Mitternacht sorgte die Band Pur engagiert.

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Weil der Eintritt immerhin 1000 Euro kostet, rechnet die Sporthilfe mit einem Reinerlös in der Größenordnung von 750.000 Euro. Die Geldgeber kommen traditionell in erster Linie aus der deutschen Wirtschaft. Die wurde gestern Abend von rund 400 Vorständen repräsentiert. Zahlreiche Banker waren da. Jürgen Fitschen vertrat die Deutsche Bank. Wolfgang Kirsch, der Chef der DZ Bank, ließ sich ebenso sehen wie Hans-Dieter Brenner von der Helaba und Friedrich von Metzler. Für die Lufthansa kam, noch einmal als Vorstandschef, Christoph Franz.

Dass die Frankfurter Wirtschaftsführer abermals stark vertraten waren, liegt an dem nationalen Charakter dieses gesellschaftlichen Ereignisses. Zum ersten Mal fand es 1970 in der Jahrhunderthalle Hoechst statt. Später waren die Mainzer Rheingoldhalle und die Festhalle in Frankfurt Austragungsorte. Doch inzwischen hat sich Wiesbaden durchgesetzt. So konnte Gerich Samstag bekanntgeben, dass der Ball auch in den nächsten zehn Jahren in Wiesbaden stattfinden werde.

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Von Katharina Iskandar

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