18.03.2008 · Niemand spricht das doppelte „s“ so weich aus wie der Hesse an sich. Dies reicht aber nicht für einen Platz an der Spitze der Beliebtheitsskala deutscher Dialekte, wie eine Umfrage ergab. „Erbarme, zu spät, die Hesse komme“ klingt demnach für viele hierzulande schräg.
Hessisch wird im Rest von Deutschland nach einer Allensbach-Umfrage nicht besonders geschätzt. Unter den beliebten Dialekten rangiert das Hessische auf Platz sechs. Es kommt nach Bayerisch, Norddeutschem Platt, Berlinerisch, Schwäbisch und Rheinländisch, wie aus der am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage hervorgeht. Auf die Frage: „Welche Dialekte hören Sie besonders gern?“ nannten 13 Prozent das Hessische.
Unter den Dialekten, die regelrechte Aversionen auslösen, schafft es das Hessische, für das unter anderem Heinz Schenk, die Rodgau Monotones, Badesalz und Frank Lehmann stehen, ebenfalls auf den sechsten Platz. Elf Prozent der Bundesbürger bekennen, dass sie diesen Dialekt überhaupt nicht hören mögen. Am größten sind die Aversionen gegen das Sächsische.
Gesprochen allerdings werden Dialekte immer weniger, wie die Demoskopen beobachtet haben. 1991 gaben noch 41 Prozent der Ostdeutschen an, Dialekt sei ihre normale Umgangssprache. Heute sind es nur noch 33 Prozent. Der gleiche Trend ist in Westdeutschland zu beobachten. 1991 war für 28 Prozent der Bevölkerung der Dialekt an der Tagesordnung, gegenwärtig sind es nur noch 24 Prozent.
Allensbach befragte 1814 Deutsche ab 16 Jahren in der Zeit vom 1. bis zum 13. Februar dieses Jahres.