Home
http://www.faz.net/-gzg-7493q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Ärzteversorgung Ein Pakt sorgt für acht zusätzliche Landärzte

In einigen Regionen Hessens fehlt es an Ärzten. Die Landesregierung will in Zusammenarbeit mit den Verbänden Abhilfe schaffen. Doch im ersten Jahr ist dies noch kein voller Erfolg.

© ddp Vergrößern Mit finanziellen Anreizen will Hessen mehr Ärzte in ländliche Gebiete locken.

Mit Geld will Hessen Ärzte in ländliche Gebiete locken, doch die Rechnung ist noch nicht ganz aufgegangen. In diesem Jahr haben acht Mediziner Geld für die Eröffnung ihrer Praxis auf dem Land bekommen, es hätten aber vier mehr aus dem Topf des Gesundheitspakts gefördert werden können. Das berichtete der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Freitag in Wiesbaden.

Zwar seien insgesamt 32 Anträge von Medizinern eingegangen, aber 24 hätten nicht die Voraussetzungen erfüllt, sagte Grüttner. So seien Anträge etwa für Orte gestellt worden, in denen es keinen Versorgungsengpass gebe. Oder die Ausbildung der Ärzte sei noch nicht weit genug fortgeschritten gewesen. In diesen Fällen wollen die an dem Pakt Beteiligten die jungen Mediziner auffordern, sich erneut zu bewerben.

„Ein deutliches Zeichen, dass auch in Hessen die Medizin weiblich wird“ 

Im Rahmen des Pakts, den das Land vor einem Jahr mit Ärzten, Kassen und kommunalen Spitzenverbänden geschlossen hatte, werden für dieses Jahr 600.000 Euro zur Verfügung gestellt. Pro Arzt entspricht das einer Summe von 50.000 Euro. Das Geld fließt, wenn eine Praxis im ländlichen Raum übernommen wird.

Die Förderung soll auch in den Jahren 2013 und 2014 fortgesetzt werden. Die in diesem Jahr nicht genutzten 200.000 Euro würden auf 2013 übertragen, sagte Grüttner. Von den acht geförderten Praxen werden sechs von Ärztinnen betrieben. „Ein deutliches Zeichen, dass auch in Hessen die Medizin weiblich wird“, sagte der Minister. Die geförderten Praxen liegen im Odenwaldkreis sowie in den Kreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meissner und Waldeck-Frankenberg.

Der Minister sagte, um die hausärztliche Versorgung zu sichern, seien in Frankfurt und Marburg an den Unikliniken sogenannte Kompetenzzentren Allgemeinmedizin gegründet worden. Sie sollten dafür sorgen, dass der Beruf des Hausarztes für angehende Mediziner attraktiver werde. Das Land fördere dies mit jährlich 150.000 Euro.

Quelle: faz.net mit LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt Der Arzt, dem die Promis vertrauen

So wie Uli Hoeneß den Posten des Fußballmanagers erfand, führte Müller-Wohlfahrt den des Sportmediziners in eine neue Dimension. Aber er ist viel verschwiegener. Mehr Von Michael Ashelm

17.04.2015, 16:54 Uhr | Wirtschaft
Spontan-Aktion Berliner Ärzte impfen Flüchtlinge auf eigene Kosten

In Berlin grassieren die Masern. Mehrere Mediziner haben deswegen kurzerhand eine Impfaktion für rund 200 Flüchtlinge in einer Sammelunterkunft organisiert - unbürokratisch, ehrenamtlich und zunächst einmal sogar auf eigene Kosten. Mehr

07.03.2015, 10:56 Uhr | Gesellschaft
Chefärztin Elke Jäger Krebs ist kein Todesurteil

Obwohl sich bösartige Zellen ziemlich gut tarnen, erwartet die Chefärztin für Onkologie am Nordwestkrankenhaus ein Feuerwerk an neuen Behandlungsmethoden. Elke Jäger über rothaarige Tumorzellen und Sport als Therapie. Mehr

17.04.2015, 10:24 Uhr | Rhein-Main
Gabriel Sala Tango bedeutet, mit zwei, drei Schritten eine Geschichte zu erzählen

Hessen ist die Geburtsstätte des deutschen "Tango Argentino" – glauben Sie nicht? Wir haben mit Gabriel Sala gesprochen, dem Mann, der den Tango von Buenos Aires nach Wiesbaden ins Staatstheater brachte – und ihn tanzen sehen. Mehr Von Daniel Blum

06.03.2015, 16:40 Uhr | Rhein-Main
Gesundheit Passt besser auf euch auf, Jungs!

Gesundheit ist Sache der Frauen, das lernen Männer schon als Kind. Deshalb sind Jungs medizinisch schlechter versorgt als Mädchen, warnt der Arzt Bernhard Stier. Er findet: Auch Eltern haben eine Mitschuld. Mehr Von Bernhard Stier

19.04.2015, 15:00 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.11.2012, 14:58 Uhr

Eine Nacht für alle

Von Patricia Andreae

Fast 40.000 Menschen sind zur Nacht der Museen gekommen. So voll wie an diesem Abend sind die Kultureinrichtungen selten. Ein Aufwand, der sich lohnt. Mehr 1