01.12.2009 · Die Zahl der an Schweinegrippe Infizierten in Hessen ist auf mehr als 7500 Fälle „stark angestiegen“. Gleichwohl lässt der Ansturm auf die Impfungen nach. „Die Ängste haben sich normalisiert“, heißt es bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.
Der Ansturm auf Impfungen gegen Schweinegrippe ebbt ab. 781.000 Impfstoffdosen hat das hessische Gesundheitsministerium bislang erhalten und an Ärzte verteilt. Im Moment gebe es keine Engpässe bei den Bestellungen, sagte eine Sprecherin in Wiesbaden. Grund sei die sinkende Nachfrage. Dies bestätigte auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen: „Die Ängste haben sich normalisiert“, sagte eine Sprecherin. So langsam, wie die Impfaktion angelaufen sei, gehe es aktuell weiter.
Nach KV-Angaben ist die Zahl der an Schweinegrippe Infizierten in Hessen auf mehr als 7500 Fälle „stark angestiegen“. Trotz steigender Infektionszahlen erschreckt die Schweinegrippe in Hessen niemanden mehr so richtig. „Die Ängste haben sich normalisiert“, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. Ebenso langsam, wie die Impfaktion angelaufen sei, gehe es derzeit weiter: „Von Impfmüdigkeit kann gar keine Rede sein - es gab ja nicht mal eine Impfbegeisterung.“
Wieder mit steigender Nachfrage zu rechnen
„Die Nachfrage ist abgeflaut“, bestätigt auch die Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Derzeit gebe es keine Engpässe bei den Impfstoffbestellungen. „Aber noch letzte Woche konnten nicht alle Bestellungen erfüllt werden.“ Es sei auch wieder mit steigender Nachfrage zu rechnen, da die Ständige Impfkommission in den kommenden Tagen bundesweit eine Empfehlung veröffentlichen werde, vor allem Kinder impfen zu lassen. Dies gelte auch für nicht chronisch vorerkrankte Kinder.
Gut 1,5 Millionen Impfstoff-Dosen sollen bis Ende Dezember geliefert werden, insgesamt 3,7 Millionen bis zum nächsten Frühjahr. Seit Anfang der Woche kann nach Beschluss des Ministeriums der Schweinegrippe-Impfstoff nur noch per Rezept bei den Lieferapotheken bestellt werden. „Das ist aber ein rein formaler Akt und ändert nichts an den Beschaffungsmöglichkeiten oder der -geschwindigkeit“, erklärte die Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.
Zahl erkrankter Schüler sinkt deutlich
Durch den starken Anstieg an Schweinegrippe-Infektionen habe H1N1 die saisonalen Grippeviren fast vollständig verdrängt. Erfahrungsgemäß komme die Wintergrippe allerdings erst im Januar/Februar ins Land, meinte dazu ein Sprecher des Frankfurter Gesundheitsamtes.
Derweil hat sich die Lage an den Schulen entspannt. Seit vergangener Woche hat die letzte wegen Schweinegrippe geschlossene Schule den Unterricht wieder aufgenommen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Sollte es aber wieder brenzlig werden, sei durchaus denkbar, ganze Klassen nach Hause zu schicken. „Das noch einmal ganze Schulen zumachen, glaube ich eher nicht“, sagte der Sprecher. Im Moment gebe es dafür auch keinen Grund. Die Zahl erkrankter Schüler sei binnen zwei Wochen von 91.000 auf 67.000 gefallen. „Allerdings sind das alle Krankmeldungen, nicht nur Schweinegrippe-Fälle“, erklärte der Sprecher.