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„Abstrakte Gefahr konkretisiert sich“ HIV-Fall von Sängerin nutzt Prävention

17.04.2009 ·  Der HIV-Fall einer No-Angels-Sängerin nutzt nach Experten-Einschätzung der Aids-Prävention. „Die Tradition zeigt, dass immer dann, wenn eine HIV-Infektion von berühmten Menschen bekannt wird, das Thema wieder stärker in den Vordergrund rückt“, heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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Der HIV-Fall der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa nutzt nach Experten-Einschätzung der Aids-Prävention. „Die Tradition zeigt, dass immer dann, wenn eine HIV-Infektion von berühmten Menschen oder Personen des öffentlichen Lebens wie Rock Hudson oder Freddie Mercury bekannt wird, das Thema wieder stärker in den Vordergrund rückt“, sagte eine Sprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Freitag in Köln. „Die abstrakte Gefahr konkretisiert sich plötzlich.“ Bei der Bundeszentrale, aber auch der Aids-Hilfe, stehe das Telefon seit Bekanntwerden des Falls nicht mehr still.

Benaissa war am Osterwochenende kurz vor einem Solo-Auftritt im Frankfurter Club „Nachtleben“ festgenommen worden. Sie soll einen Mann bei ungeschütztem Sex mit HIV angesteckt haben, obwohl sie von ihrer Infektion wusste. Eine HIV-Infektion kann zur Immunschwächekrankheit Aids führen. Die Sängerin sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft.

„In der Bevölkerung kommt durch den Fall deutlich an, was wir in unseren Botschaften ja schon seit 20 Jahren vermitteln wollen: HIV und Aids betrifft nicht nur homosexuelle Männer, sondern auch heterosexuell aktive Menschen“, betonte Sprecherin Marita Völker- Albert. Durch den Fall Nadja erscheine dies vielen mit einem Mal „sehr leibhaftig“.

„Wir haben einen wirklich hohen Ansturm von Menschen, die in unserer anonymen Beratung ihre Situation schildern und in Sorge sind, dass sie sich infiziert haben könnten.“ Aus dem Gespräch heraus zeige sich, dass es sich bei den Anrufern verstärkt um heterosexuell Aktive handele. Viele wollten auch wissen, wo man einen HIV-Test machen kann oder erfragten andere praktische Tipps.

„Jede HIV-Infektion ist tragisch“, sagte die Sprecherin. „Hinter jedem Fall steht ein Mensch mit seinen Persönlichkeitsrechten.“ Dennoch dienten öffentliche Debatten - wie jetzt über die No-Angels- Sängerin - der Aids-Prävention und damit einer breiten und intensiven Aufklärung.

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