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Veröffentlicht: 12.04.2013, 15:44 Uhr

Hessen Wirtschaftsminister: Spanischer Azubi-Import Modell für die Zukunft

Bei hessischen Handwerkern sind hunderte Lehrstellen unbesetzt. Junge Spanier sollen diese Lücken füllen. Am Montag beginnen die ersten mit einem Praktikum.

© dpa Arbeitslose vor einer spanischen Jobagentur. In Deutschland hätten sie vielleicht eine Chance.

Die 50 angeworbenen Handwerkslehrlinge aus Spanien sind aus Sicht des hessischen Wirtschaftsministers erst die Speerspitze ausländischer Auszubildender. „In Hessen werden nur Hessen ausgebildet - das gehört der Vergangenheit an“, sagte Florian Rentsch (FDP) am Freitag in Frankfurt. Wenn Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, müsse eben im Ausland rekrutiert werden.

Das Wirtschaftsministerium hat zusammen mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main Jugendliche aus dem Raum Madrid an hessische Handwerksbetriebe vermittelt. Etwa die Hälfte der Spanier soll ab Montag im Rahmen eines einwöchigen Praktikums ihre neuen Arbeitgeber aus der Klempner-, Elektro- und Dachdeckerbranche kennenlernen. Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger betonte, allen eingeladenen Jugendlichen sei ein Ausbildungsplatz sicher.

“Sie bilden Dich aus, aber es gibt keine Arbeitsplätze“

Rund 600 Ausbildungsplätze seien in Hessen nicht besetzt. „Das wird in Zukunft dramatisch zunehmen“, sagte Ehinger. Der Frankfurter Arbeitsagentur-Chef Karl-Heinz Huth versicherte, dass die Spanier keine Konkurrenz für Inländer seien. „Es wird keinem ein Ausbildungsplatz weggenommen.“

Die jungen Spanier sind froh, dem katastrophalen spanischen Arbeitsmarkt entkommen zu sein. “Sie bilden Dich aus, aber es gibt keine Arbeitsplätze“, sagte der angehende Klempner Juan García. Er könne sich vorstellen, auch nach seiner Ausbildung in Hessen zu bleiben.

Neben der handwerklichen Ausbildung müsse die Integration der Jugendlichen im Vordergrund stehen, sagte Ehinger. „Wir wollen nicht, dass Spanisch gesprochen wird. Sie müssen Deutsch lernen“. Bis zum Start ihrer Ausbildung im August sollen die Spanier deshalb noch einen Deutsch-Einführungskurs besuchen.

Quelle: LHE

 

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