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Hessen Neue Landesstiftung für Bürger-Engagement

12.01.2012 ·  Mit einer neuen Landesstiftung will die hessische Regierung bürgerschaftliches Engagement fördern.

Von Ralf Euler
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Mit einer neuen Landesstiftung will die hessische Regierung bürgerschaftliches Engagement fördern. Die zunächst mit 3,7 Millionen Euro ausgestattete Stiftung „Miteinander in Hessen“ solle Initiativen, Vereine und Organisationen unterstützen, in denen sich Bürger für das Gemeinwohl einsetzten, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden, bevor er die Stiftungsurkunde unterzeichnete. Der Staat wolle sich nicht seiner Verantwortung entziehen - er könne die enormen Herausforderungen, beispielsweise beim demographischen Wandel, der Integration oder der Entwicklung des ländlichen Raums, aber auch nicht allein bewältigen.

Nach Angaben des Leiters der Staatskanzlei und Stiftungsvorsitzenden, Minister Axel Wintermeyer (CDU), wird die Stiftung noch in diesem Jahr mit weiteren fünf Millionen Euro aufgestockt. Ziel sei es, das Stiftungskapital in den nächsten Jahren aus Haushaltsmitteln und Zuspenden privater Geldgeber auf 20 Millionen Euro zu erhöhen. Für das operative Geschäft solle jährlich etwa eine Million Euro ausgegeben werden. Bouffier sagte, die Stiftung sei Anlaufstelle für bestehende private Initiativen und Organisationen. Geholfen werde etwa bei der Gründung neuer Bürgerstiftungen und Genossenschaften. Zudem wolle die Landesstiftung eigene Projekte entwickeln und realisieren.

Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden Wintermeyer ist die Regionalkuratorin des Bundesverbands Deutscher Stiftungen für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Marie-Luise Stoll-Steffan. Zudem sind im Vorstand der frühere Direktor des Museums Wiesbaden, Volker Rattemeyer, der ehemalige Landeswirtschaftsminister Alfred Schmidt (FDP), Reinhard Schmidt, Professor für Internationales Bank- und Finanzwesen an der Frankfurter Goethe-Universität, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sporthilfe Hessen, Heinz Zielinski und der Mitherausgeber dieser Zeitung, Günther Nonnenmacher, vertreten. Dem Stiftungskuratorium gehören unter anderen Regierungschef Bouffier, Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), die früheren Ministerpräsidenten Hans Eichel (SPD) und Roland Koch (CDU), Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU), Landtagsvizepräsident Lothar Quanz (SPD), der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung, Jörn Dulige, der frühere Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz, und der Sportdirektor von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, an. Der frühere Fußball-Bundestrainer ist in Hanau geboren und Ehrenbürger der Stadt.

Die Arbeit anderer Stiftungen unterstützen

Johanna Höhl-Seibel, Geschäftsführerin der Kelterei Höhl und auch Mitglied des Kuratoriums, hofft, dass die Stiftung dazu beitragen kann, soziales Engagement und damit auch die Demokratie zu stärken. Das sei gerade in einer Zeit besonders wichtig, in der bei vielen Menschen der Egoismus im Vordergrund stehe.

„Wir fangen nicht bei null an“, sagte Bouffier. Nach Angaben von Burkhard Küstermann, Leiter der Initiative Bürgerstiftungen, gibt es in Hessen bisher 17 Bürgerstiftungen; in Deutschland insgesamt seien es rund 300. Jeder dritte Deutsche engagiere sich ehrenamtlich in Vereinen oder Organisationen, ein weiteres Drittel sei grundsätzlich dazu bereit. „Das ist ein großer Schatz, der noch gehoben werden kann.“

Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ soll die Arbeit anderer Stiftungen unterstützen, Initiativen vernetzen, aber auch gesellschaftliche Debatte anstoßen. Sie hat bereits einen Internetauftritt (www.miteinander-in-hessen.de) und ein korpulentes Zeichentrick-Maskottchen im rot-weiß gestreiften Hessenhemd namens „Einander“.

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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